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Bequem online bezahlen? Viele sorgen sich um ihre Daten

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Insgesamt elf elektronische Bezahlsysteme haben die Marktwächter am deutschen Markt identifiziert, wobei Paypal dominiert.
  • Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass Nutzern elektronischer Bezahlsysteme der Umgang mit ihren Daten wichtig ist und sie bei bestimmten Fällen die Dienste nicht mehr nutzen würden.
  • Dennoch stehen Sie vor einem Dilemma: Wollen Sie die bequemen Lösungen elektronischer Bezahldienstleister nutzen, müssen Sie Daten preisgeben.
  • Was mit den Angaben genau passiert, bleibt für die Kunden oft undurchsichtig. Die Datenschutzerklärungen der Firmen halten viele Verbraucher für schwer verständlich.
Tastatur mit Smartphone, online shopping
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Elektronische Bezahlsysteme wie Paypal oder SOFORT Überweisung nutzt inzwischen ein großer Teil der Verbraucher, die im Netz einkaufen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat nach Sichtung der 181 umsatzstärksten Online-Händler sowie Anbieter von Dienstleistungen im Internet insgesamt elf Anbieter elektronischer Bezahlverfahren am deutschen Markt ausfindig gemacht. Mehr als die Hälfte der angebotenen elektronischen Bezahlvorgänge erfordern dabei ein Nutzerkonto – und greift damit auf personenbezogene Daten wie die Adresse, E-Mail-Adresse und den Geburtstag zu.

Umgang mit persönlichen Daten ist Verbrauchern wichtig

Wie eine repräsentative Umfrage im Rahmen der Untersuchung bei Internetnutzern ab 18 Jahren zeigt, werden elektronische Bezahlsysteme beim Online-Einkaufen häufig genutzt. Eine größere Skepsis gegenüber E-Payment-Verfahren ist besonders unter den älteren Verbrauchern über 50 Jahren verbreitet. Hier geben knapp ein Viertel der Befragten an, aufgrund der Datenpreisgabe solche Bezahlsysteme nicht zu nutzen.

Aber auch den Nutzern elektronischer Bezahlverfahren ist es wichtig, was mit ihren personenbezogenen Daten passiert. Das zeigt sich etwa daran, dass rund die Hälfte der Befragten, die solche Dienste nutzen, angibt, die Datenschutzbestimmungen der Anbieter zu lesen. Ein Drittel davon hält den Inhalt jedoch für nicht hilfreich bei der Aufklärung zum Datenschutz.

Verbraucher wollen nicht länger als fünf Minuten Zeit damit verbringen, die Datenschutzerklärungen eines elektronischen Bezahldienstleisters zu lesen. Wie die Analyse des Marktwächters zeigt, sieht die Realität allerdings deutlich anders aus. So müssen Verbraucher beispielsweise beim Anbieter PayPal 24 Minuten oder bei Amazon Pay 16 Minuten Zeit aufbringen.

Außerdem erschweren bei allen untersuchten Datenschutzerklärungen sehr lange Sätze und Passivkonstruktionen die Verständlichkeit. Auch bleiben viele Erklärungen, wie die jeweilige Firma die Daten verwenden will, durch Formulierungen wie "möglicherweise" oder "unter anderem" unklar. Fazit: Der Nutzer weiß nicht konkret, worauf er sich einlässt.

Recht auf Auskunft über gespeicherte Daten: zu oft lange Leitung

Werden Daten gespeichert, hat der Kunde das Recht, über den Umgang mit seinen Angaben informiert zu werden. Dabei lassen es Dienstleister an Schnelligkeit fehlen. Bei Testkäufen dauerte es zwischen zwei und 62 Tagen, ehe der Marktwächter Digitale Welt eine Antwort erhielt.

Die Tücken des digitalen Bezahlens

Wer online einkauft und mit digitalen Diensten zahlt, auf den können nicht nur Zusatzkosten zukommen. Gibt es zum Beispiel Probleme bei der Lieferung, können Sie ihr Geld nicht so einfach und ohne Angabe von Gründen wie im Lastschriftverfahren zurückbuchen lassen. Wir haben acht Tipps zu Paypal und Co. zusammengestellt. Außerdem geben wir Informationen zum Datenschutz beim Online-Einkauf.

Käuferprofile und personalisierte Preise bei vielen Anbietern möglich

Zudem sind die Nutzer elektronischer Bezahlverfahren durchaus kritisch gegenüber der Verwendung ihrer Daten eingestellt. So gibt jeder dritte Nutzer an, Bezahlverfahren nicht verwenden zu wollen, wenn er sicher wüsste, dass seine personenbezogenen Daten zur Erstellung eines Käuferprofils oder zur Personalisierung von Preisen und Werbung genutzt würden. Ein Dilemma: Viele Anbieter räumen sich genau dazu das Recht ein. Wer elektronische Bezahldienstleister nutzt, muss oft in solche Datenschutzbestimmungen einwilligen.

Wie die Untersuchung weiter zeigt, nutzen Verbraucher neben den klassischen Bezahlverfahren (Rechnung, Lastschrift oder die Zahlung per Kreditkarte) vor allem den Anbieter Paypal, der zurzeit den Markt elektronischer Bezahldienstleister dominiert. Jeder Zweite der Befragten hat bereits per SOFORT Überweisung bezahlt und jeder Vierte mit Amazon Payments. Die guten Wachstumsprognosen für den Online-Handel lassen vermuten, dass auch die Nutzung elektronischer Bezahlverfahren weiter steigen wird.