P&R-Container-Firmen insolvent: Was Anleger jetzt wissen müssen

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Rund 54.000 Anleger, die ihr Geld in Schiffscontainer der Investmentgesellschaft P&R gesteckt haben, müssen um ihr Geld bangen – der Münchener Finanzdienstleister hat für fünf Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Die wichtigsten Fragen und Antworten für Anleger im Überblick.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Investitionen in Schiffscontainer gehören zum so genannten Grauen Kapitalmarkt. Hier ist grundsätzlich ein Totalverlust Ihres eingesetzten Geldes möglich.
  • Mit der Insolvenz der Gesellschaft P&R bangen nun 54.000 Anleger darum, ob und wie viel sie noch zurückbekommen. Weitere sind im August 2019 angeschrieben worden.
  • Lassen Sie außerdem prüfen, ob Sie beim damaligen Abschluss der Anlage falsch beraten worden sind. Ein erster Vermittler ist inzwischen wegen Falschberatung verurteilt worden.
Schiffscontainer
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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Verantwortliche

Es sind deutlich weniger Container im Bestand der vier Gesellschaften, als an die Anleger verkauft worden sind. Dies wird voraussichtlich erhebliche wirtschaftliche Nachteile für die Anleger nach sich ziehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Verantwortlichen der Gesellschaften.


Um was geht es bei den Container-Direktinvestments?

Am 15.03.2018 haben drei Leasing- und Vertriebsfirmen der Container-Investmentfirma P&R aus Grünwald bei München Insolvenz beantragt. Am 26.04.2018 haben zwei weitere Gesellschaften Insolvenzantrag gestellt. 

Der Finanzdienstleister hat seinen Kunden sogenannte Direktinvestments in Container verkauft. Nach abgeschlossenem Kaufvertrag wurden die Container vermietet und der Anleger erhielt die entsprechenden Mietzahlungen. Dafür verpflichtete P&R sich in dem Vertrag, am Ende der Vertragslaufzeit die Container zum Zeitwert zurückzukaufen. Die Laufzeit der Geldanlagen beträgt in der Regel zwischen 3 und 5 Jahren.


Wer ist von der Insolvenz von P&R betroffen?

Betroffen sind mindestens rund 54.000 Kapitalanleger, die in eine der drei folgenden Container-Leasing- und Vertriebsfirmen der Investmentgesellschaft P&R investiert haben:

  • P & R Container Leasing GmbH (Az.: 1542 IN 727/18)
  • P & R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH (Az.: 1542 IN 726/18)
  • P & R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH (Az.: 1542 IN 728/18)
  • P & R Transport-Container GmbH (Az.: 1542 IN 1127/18)
  • P & R AG (Az.: 1542 IN 1128/18)

Für diese 5 Unternehmen der P&R-Gruppe wurde ein Insolvenzantrag gestellt.

Die Anzahl der Betroffenen könnte nach dem August 2019 aber offenbar noch einmal weiter steigen. Denn die Insolvenzverwalter haben in diesem Monat laut Medienberichten an weitere P&R-Anleger geschrieben. Diese Briefe gingen offenbar an Anleger, die eigentlich schon vor der Insolvenz 15.03.2018 bzw. 26.04.2018 ihr Geld aus P&R-Investments zurückbekommen haben. Denen schreiben die Insolvenzverwalter nun, dass sie eventuell noch mit Ansprüchen auf sie zukommen werden.

Das Amtsgericht München hat mit Beschluss vom 24. Juli 2018 das Insolvenzverfahren für die deutschen P&R Container-Verwaltungsgesellschaften eröffnet:

  • Statt der 1,6 Mio. verkauften Container beläuft sich die Containerflotte auf lediglich 618.000 Stück. Über Jahre hinweg wurden Verträge über nicht-existierende Container geschlossen, wobei die neu eingeworbenen Gelder dazu genutzt wurden, laufende Verbindlichkeiten aus Mietzahlungen und Rückkäufen gegenüber Altanlegern zu begleichen.
  • Nach Aussage der Insolvenzverwalter haben die Anleger kein Eigentum an den Containern erworben, da es in den jeweiligen Vereinbarungen an einem Bezug auf konkrete Container mangelt. Gleichwohl partizipieren Anleger über das Insolvenzverfahren am Verwertungserlös.

Auf der Internetseite www.insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlicht das Insolvenzgericht Beschlüsse zu den laufenden Verfahren.

Auf der Internetseite frachtcontainer-inso.de finden sich Mitteilungen der vorläufigen Insolvenzverwalter und der Gesellschaften. Dort findet sich auch eine Seite mit Fragen und Antworten.