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Arzneimittel mit Valsartan zurückgerufen – was jetzt wichtig ist

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das zuständige Bundesinstitut hat einige Chargen von Arzneimitteln mit Valsartan zurückgerufen.
  • Valsartan wird bei Patienten mit Bluthochdruck und/oder Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt eingesetzt.
  • Patienten sollten das Mittel dennoch nicht eigenmächtig absetzen.
  • Gehen Sie zum Arzt, wenn Ihr Medikament betroffen ist. Dieser kann abklären, ob das von Ihnen derzeit eingenommene Arzneimittel aus einer der zurückgerufenen Chargen stammt.
Eine Apothekerin greift in ein Medikamenten-Regal
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Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat vorsorglich einigen Chargen von valsartanhaltigen Arzneimitteln zurückgerufen. Betroffen sind Arzneimittel, deren Wirkstoff Valsartan von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical produziert wurde. Grund für den Rückruf ist eine Verunreinigung bei der Herstellung.

Der Rückruf betrifft Apotheken und Großhändler. Eine aktuelle Übersicht, welche valsartanhaltigen Arzneimittel betroffen sind, finden Sie auf der Homepage der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ).

Valsartan wird bei Patienten mit Bluthochdruck und/oder Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt eingesetzt. Die Empfehlung des BfArM lautet derzeit, valsartanhaltige Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen. Das gesundheitliche Risiko sei um ein Vielfaches höher als das mögliche Risiko durch die Verunreinigung. Ein akutes Patientenrisiko bestehe nicht.

Womit die Arzneimittel verunreinigt sind

In Arzneimitteln mit Valsartan ist N-Nitrosodimethylamin gefunden worden, das von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft wird.

Fragen und Antworten zum Rückruf

Daniela Hubloher, Medizinerin bei der Verbraucherzentrale Hessen

Daniela Hubloher ist Medizinerin und seit vielen Jahren in der Patientenberatung der Verbraucherzentrale Hessen tätig. Sie beantwortet die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit dem aktuellen Arzneimittel-Rückruf:

Was empfehlen Sie Verbrauchern?

Nicht in Panik zu verfallen. Auf keinen Fall sollten Patienten valsartanhaltige Arzneimittel ohne Rücksprache mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt absetzen. Es sind nicht alle valsartanhaltigen Arzneimittel betroffen, sondern bestimmte Chargen bestimmter Hersteller. Verbraucher können sich bei ihrem Apotheker oder ihrem Arzt informieren, ob ihr Medikament betroffen ist.

Wenn mein Medikament von dem Rückruf betroffen ist, was mache ich dann?

Leider werden Sie das Medikament in der Apotheke nicht einfach umtauschen können, sondern brauchen ein neues Rezept. Aus früheren Rückrufaktionen bestehen diesbezüglich Erfahrungen. 2014 bezog sich das Bundesgesundheitsministerium auf das Arzneimittelgesetz und meinte, dass auch bei einem Austausch eines Arzneimittels ein Arzt konsultiert werden muss.

Die Diagnose sowie Therapiealternativen sollten auch anlässlich einer "Austausch"-Verschreibung vom Arzt geprüft werden. Also wäre der erste Weg zum Arzt und dann in die Apotheke.

Muss ich als gesetzlich Versicherter dann wieder die Zuzahlung leisten?

Ja, leider. Wenn Sie aber die Quittung der Zuzahlung von dem zurückgerufenen Medikament noch haben, sollten Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden, um die bereits geleistete Zuzahlung erstattet zu bekommen.