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E-Food: Verstöße bei der Online-Kennzeichnung von Bioprodukten

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • E-Food etabliert sich zunehmend am deutschen Markt - vor allem in den Bereichen Feinkost, Spezialitäten und vegane Ersatzprodukte.
  • Mehr Händler verkaufen Lebensmittel über das Internet, bestehende verändern ihr Sortiment.
  • Marktanalyse der Marktwächter zeigt Mängel bei Anbietern von Bioprodukten: Nicht alle Händler kommen ihrer Kennzeichnungspflicht nach.

 

E-Food: lebensmittel online kaufen und bestellen
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Mängel bei der Kennzeichnung von Bioprodukten

Wer seine Lebensmittel online einkauft, sollte auf die Kennzeichnung von Bio-Produkten achten. Eine Marktanalyse der Marktwächter zeigt: Sowohl bei 120 Online-Händlern, die vereinzelt Bioprodukte im Angebot haben, als auch bei 25 Biohändlern, mit ausschließlich oder überwiegend Bioprodukten im Sortiment, kommen nicht alle ihrer Kennzeichnungspflicht nach. Von den 120 Händlern weisen allein 41 keinerlei Codenummer einer Kontrollstelle auf ihrer Website aus - ein Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht. Die Codenummer weist auf die maßgebliche Kontrollstelle für die Bio-Zertifizierung hin.

„Alle Online-Händler, die Bioprodukte vertreiben, haben ihrer Zertifizierungspflicht nachzukommen. Sie müssen dem Verbraucher am Produkt die Codenummer zur Verfügung stellen, damit er die maßgebliche Kontrollstelle für die Bio-Zertifizierung erkennen kann. Nur so entspricht die Kennzeichnung der im stationären Handel“, so Sophie Herr, Leiterin des Teams Lebensmittel beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Das Team der Marktwächter der Verbraucherzentrale Brandenburg wird den Verstößen rechtlich nachgehen.

E-Food etabliert sich zunehmend am Markt

Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Brandenburg hatte bereits im Jahr 2016 den Lebensmittel-Onlinehandel untersucht. Die aktuelle Folgeuntersuchung nun zeigt, dass der Markt weiter dynamisch wächst: Mehr Händler verkaufen Lebensmittel über das Internet, bestehende verändern ihr Sortiment. Neue Angebote wie vegane Produkte treffen auf großes Interesse der Verbraucher.

822 Lebensmittel-Online-Händler hatte das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Brandenburg im Jahr 2016 identifiziert. Wie hat sich der Markt ein Jahr später entwickelt? Das haben die Marktwächterexperten nun untersucht und insgesamt 989 Lebensmittel-Online-Händler gefunden: „Der Markt hat sich innerhalb eines Jahres stark verändert. Einige Händler sind nicht mehr am Markt, während neue hinzugekommen sind. Insgesamt beobachten wir ein Wachstum von E-Food“, sagt Dr. Kirsti Dautzenberg, Teamleiterin des Marktwächters Digitale Welt in der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Hohe Dynamik im Markt für frische Produkte

„Aber auch die Anzahl der Lebensmittel-Online-Händler, die frische Produkte versenden, stieg seit dem Jahr 2016 von 179 auf 313 in 2017*. Es kamen nicht nur neue Händler hinzu, auch bestehende erweiterten ihr Sortiment und nahmen frische Produkte auf“, so Dautzenberg weiter. Bei den Frische-Händlern dominieren nach wie vor die Verkäufer von Feinkost und Spezialitäten – Lebensmittel die in den gewöhnlichen Auslagen der Supermärkte nicht zu finden sind. Doch auch vegane Lebensmittel liegen im Trend. So haben sich mehrere Händler etabliert, die ausschließlich vegane Ersatzprodukte vertreiben. Von den identifizierten Lebensmittel-Online-Händlern bieten bereits 20 Prozent frische vegane Produkte an**.

Verbraucher besuchen bevorzugt Online-Supermärkte

Die Marktwächter untersuchten auch die Besucherzahlen der Webseiten aller Online-Lebensmittel-Händler für die Monate Oktober bis Dezember 2017***. Gefragt bei den Nutzern waren insbesondere Online-Supermärkte, die ein umfangreiches Sortiment frischer Lebensmittel anbieten. Aber auch Feinkost-Händler und Anbieter von veganer oder sogenannter „Frei von“-Produkte (z.B. ohne Gluten oder Laktose) wurden in dem untersuchten Zeitraum häufig von Verbrauchern besucht.

Weitere Ergebnisse der Untersuchung finden Sie hier.

Methodik

* Die Websuche nach Lebensmittel-Online-Händlern erfolgte über die Ermittlung von  relevanten Keywords und einer systematischen Google-Suche. Weitere Details zur methodischen Vorgehensweise der Online-Recherche finden sich im Ergebnisbericht.
** Die Kennzeichnung der veganen Produkte war nicht Gegenstand der Untersuchung. Bei der Erhebung wurden erstmalig sehr häufig frische vegane Ersatzprodukte vorgefunden. Sie wurden deshalb als gesonderte Warengruppe in die Untersuchung aufgenommen.
*** Die Ermittlung der Zugriffszahlen auf die Webseiten der Frischehändler erfolgte über similarweb.com (Free Pro Version). SimilarWeb ist eine Plattform, die Big Data Technologien nutzt, um Statistiken über die Nutzung von Webseiten zu messen und zu analysieren. Methodisch basieren die angegeben Werte auf statistischen Schätzwerten.