Äpfel aus Südafrika als Elbe-Obst deklariert

Pressemitteilung vom

Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) hat ein Unternehmen wegen Irreführung abgemahnt. Mit dem gut sichtbaren Aufdruck Elbe-Obst auf dem Etikett hatte es suggeriert, dass die Äpfel aus der Region stammen. Im Kleingedruckten war jedoch zu lesen, dass sie aus Südafrika importiert worden waren. Das Unternehmen hat sich nun verpflichtet, diese Irreführung zukünftig zu unterlassen.
Verbraucher, die sich über regionale Lebensmittel informieren wollen, können vom 15. bis 18. Januar 2016 auf der Grünen Woche in Berlin mit den Lebensmittelexpertinnen der VZB ins Gespräch kommen.

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Zunehmend sind in den Supermärkten Lebensmittel mit regionalen Logos und Produktnamen zu finden. Worauf sie sich beziehen, ist oft undurchsichtig. Im nun abgemahnten Fall war auf dem Etikett der verpackten Äpfel die Adresse einer Vertriebsgesellschaft Elbe-Obst aus Niedersachsen aufgedruckt. Dabei waren die Worte ´Elbe-Obst` im Vergleich insbesondere zum tatsächlichen Herkunftsland Südafrika deutlich hervorgehoben.

"Beim Einkauf fiel der erste Blick eines Verbrauchers auf die Hervorhebung ´Elbe-Obst`. Er wollte Äpfel aus der Region kaufen, also entschied er sich für sie. Umso größer war der Ärger, als sich das Obst als Import herausstellte", erklärt Annett Reinke, Lebensmittelrechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. "Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat diese Etikettengestaltung aufgrund der Verbraucherbeschwerde als wettbewerbswidrig abgemahnt. Denn Informationen auf Lebensmitteln wie beispielsweise der Herkunftsort dürfen nicht irreführend sein", so die Verbraucherschützerin. Die Vertriebsgesellschaft hat sich nun verpflichtet, diese Irreführung zu unterlassen und die Worte ´Elbe-Obst` zukünftig nicht mehr hervorzuheben.

Regionalität im Fokus - Infostand bei der Grünen Woche in Berlin
Wie viel Regionalität in Produkten wie Werder-Ketchup, Eberswalder Würstchen, Spree-Waffeln oder Mark Brandenburg Frischmilch steckt, erklärt die Verbraucherzentrale Brandenburg im Rahmen ihres Stands auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Vom 15. bis 18. Januar erfahren Verbraucher, ob die Zutaten aus der Region stammen, wo der Herstellungsort liegt oder ob allein die Firmenbezeichnung einen Ortsbezug hat. Grundsätzlich gilt: Verbraucher, die auf regionale Erzeugung und Herkunft der Lebensmittel Wert legen, müssen leider genau lesen. Denn "hergestellt für" oder "vertrieben durch" bedeutet noch lange nicht, dass die Lebensmittel hier vor Ort hergestellt werden.

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Über die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.
Die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. (VZB) ist die wichtigste Interessenvertretung der Brandenburger Verbraucher gegenüber Politik und Wirtschaft. Sie bietet unabhängige Verbraucherberatung, -information und -bildung zu zahlreichen Themen: Markt & Recht, Reise & Freizeit, Finanzen & Versicherungen, Lebensmittel & Ernährung, Medien & Telefon, Energie, Bauen & Wohnen. Zudem berät sie zu deutsch-polnischem Verbraucherrecht.
Darüber hinaus mahnt die VZB Unternehmen ab, die zu Ungunsten von Verbrauchern gegen geltendes Recht verstoßen und klärt die Öffentlichkeit über Verbraucherrechte, Abzockmaschen und Spartipps auf.

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