Bio-Eier aus Massentierhaltung: Statement der VZ Brandenburg

Pressemitteilung vom

„Verbraucher haben großes Vertrauen in Bio-Produkte. Und das soll auch so bleiben. Eine Interpretation gesetzlicher Regelungen darf diese nicht zugunsten wirtschaftlicher Interessen verwässern“, so Dr. Christian A. Rumpke, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Brandenburg. Um legale Massentierhaltung in Bio-Produktionsstätten zu verhindern, seien eine strengere Auslegung von EU-Gesetzen und regelmäßige Kontrollen nötig.

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Die EU-Bio-Verordnung sieht bei der Haltung von Legehennen eine Anzahl von maximal 3.000 Tieren pro Stall vor. Den Begriff "Stall" interpretiert die Brandenburger Praxis jedoch mitunter sehr großzügig als „Stallabteil“. So dürfen Bio-Betriebe bis zu 30.000 Tiere in einem Gebäude halten, getrennt lediglich durch dünne Holzwände.

Am Tierwohl interessierte Verbraucher haben derzeit kaum Möglichkeiten, sich über konkrete Haltungsbedingungen zu informieren. Denn Angaben auf Ei oder Verpackung lassen nur Schlüsse auf die offizielle Haltungsform wie Bio oder Freiland zu, nicht aber auf die Größe des Stalls. Oft täuschen Bilder von grünen Wiesen darüber hinaus ländliche Idylle vor. Wer Massentierhaltung ausschließen will, kann somit nur auf Direktvermarktung oder Erzeugnisse von Bio-Anbauverbänden mit schärferen Haltungskriterien umsteigen.

Recherchen des rbb hatten kürzlich aufgedeckt, dass Bio-Eier in Brandenburg überwiegend aus Betrieben mit Massentierhaltung stammen. Die Landesregierung hat diese Praxis auf eine Anfrage der Grünen im Brandenburger Landtag hin nun bestätigt.

 

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