Marktcheck: Alle getesteten Online-Fitnessstudios verstoßen gegen Recht

Pressemitteilung vom

Erfolgreiche Abmahnungen der Verbraucherzentrale Brandenburg / Checkliste für Online-Sportstudios

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Bei allen zehn untersuchten Online-Fitnessstudios fand die Verbraucherzentrale in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen unzulässige Regelungen zu Ungunsten der Verbraucher. Daher hat sie alle Anbieter abgemahnt. Diese haben inzwischen erklärt, die beanstandeten Regelungen nicht mehr zu verwenden. Zur Auswahl des richtigen Anbieters stellt die Verbraucherzentrale eine Checkliste bereit.

Das Trainieren mit einem Online-Sportstudio verspricht mehr Trainingsfreiheit, günstige Kosten und Flexibilität. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat den aktuellen Trend unter die Lupe genommen und zehn Anbieter einem Marktcheck unterzogen.

„Die relativ niedrigen Kosten im Vergleich zu stationären Studios können sich lohnen, insofern man das Angebot regelmäßig nutzt. Ein Online-Studio ist außerdem ortsunabhängig und zu jeder Zeit verfügbar. Nicht zuletzt steht Verbrauchern grundsätzlich wie bei allen Fernabsatzverträgen ein zweiwöchiges Widerrufsrecht zu, falls man sich nach Vertragsschluss doch gegen die Dienstleistung entscheidet“, so Michèle Scherer, Referentin für Digitale Welt bei der Verbraucherzentrale Brandenburg zu den Vorteilen des Online-Trainings.

Marktcheck deckt Risiken auf

Doch der Marktcheck deckt auch Risiken für Verbraucher auf. So steht den Kunden kein physischer Trainer zur Seite, der Übungseinheiten überwachen und gezielt Anweisungen für das korrekte Training geben kann. Besondere Defizite fanden die Verbraucherschützer bei der Prüfung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sowie der Datenschutzbestimmungen.

„Wir haben Regelungen gefunden, die eine Kündigung erheblich erschweren. Es gab Anbieter, die sich jeglicher Haftung für Fehler in ihrem Angebot entziehen wollten oder die sich vorbehielten, jederzeit und einseitig ohne weiteres die Preise zu erhöhen“, berichtet Scherer. „Wir haben alle Anbieter abgemahnt und aufgefordert, die unwirksamen Regelungen bei neuen Verträgen nicht mehr zu verwenden und sich auch in alten Verträgen nicht mehr darauf zu berufen“, so die Verbraucherschützerin. Alle Online-Studios haben daraufhin eine Unterlassungserklärung abgegeben bzw. zugesichert, sich auf die beanstandeten Regelungen nicht mehr zu berufen und nachgebessert.

„Wir raten außerdem, die Verlinkungen auf Shops, die auf ihren Seiten Diätprodukte und Nahrungsergänzungsmittel zum Kauf anbieten, zu ignorieren. Diese sind für den Trainingserfolg nicht nötig. Vielmehr kommt es auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährungsweise mit viel Bewegung an“, meint die Expertin.

Nutzer von Fitnessstudios können ihren Vertrag bei der Verbraucherzentrale Brandenburg prüfen lassen. Wer sich für Online-Fitness interessiert, kann zur Auswahl eines geeigneten Anbieters die Checkliste der Verbraucherzentrale Brandenburg nutzen.

Bei Fragen oder Unsicherheiten zu den einzelnen Regelungen kann die Verbraucherzentrale helfen:

 

Über die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.
Die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. (VZB) ist die wichtigste Interessenvertretung der Brandenburger Verbraucher gegenüber Politik und Wirtschaft. Sie bietet unabhängige Verbraucherberatung, -information und -bildung zu zahlreichen Themen: Markt & Recht, Reise & Freizeit, Finanzen & Versicherungen, Lebensmittel & Ernährung, Digitales & Telekommunikation, Energie, Bauen & Wohnen. Zudem berät sie zu deutsch-polnischem Verbraucherrecht.
Darüber hinaus mahnt die VZB Unternehmen ab, die zu Ungunsten von Verbrauchern gegen geltendes Recht verstoßen und klärt die Öffentlichkeit über Verbraucherrechte, Abzockmaschen und Spartipps auf.

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