Weihnachtswissen für Verbraucher

Pressemitteilung vom

Verbraucherzentrale: Tipps zum Weihnachtseinkauf im Internet, auf dem Weihnachtsmarkt und im Geschäft

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Weihnachten steht vor der Tür. Michèle Scherer, Verbraucherrechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, beantwortet wichtige Fragen rund um Einkauf, Lieferfristen und Umtausch.

Wenn ich Weihnachtsgeschenke online kaufen möchte: Worauf sollte ich achten?
Scherer: „Wir raten insbesondere, nicht per Vorkasse zu bezahlen. Denn wenn es im Nachhinein Probleme gibt, etwa, weil die Lieferung nicht ankommt, müssen Verbraucher ihrem Geld hinterher laufen. Am besten ist eine Zahlung auf Rechnung! Wenn das nicht angeboten wird, kann auch die Erteilung einer Lastschrift in Frage kommen. In vielen Online-Shops kann auch über Internet-Bezahlsysteme (wie z.B. PayPal) bezahlt werden. Das hat den Vorteil, dass die Kontodaten nicht direkt an den Online-Händler übermittelt werden und vom Bezahldienstleister oft ein Käuferschutz angeboten wird. Allerdings müssen Verbraucher sich meist dazu anmelden und  Daten angeben und es bleibt häufig verborgen, was mit diesen passiert.“

Und wie kann ich es vermeiden, auf Abzocker reinzufallen?
Scherer: „100-prozentig sicher kann man nie sein, aber es gibt einige Möglichkeiten, schwarze Schafe schon vor der Bestellung zu erkennen. Wer einen neuen Onlineshop ausprobiert, sollte sich zunächst vergewissern, ob das Impressum vollständig angegeben ist. Wenn auf der Homepage keine Adresse oder nur eine Postfachadresse angegeben ist, sollte man eher auf eine Bestellung verzichten. Zusätzlich hilft es, im Internet nach Erfahrungsberichten von anderen Verbrauchern zu suchen. Wenn andere Käufer bereits über Probleme mit dem Shop berichten, sollte man gut abwägen, ob man das Risiko eingehen möchte. Denn schlimmstenfalls kann es sich um einen Fake-Shop handeln, der nur kassiert, aber nicht liefert.“

Bis wann kann ich guten Gewissens Geschenke online bestellen?
Scherer: „Verbraucher sollten immer die Lieferfristen im Blick haben, wenn sie online bestellen. Zusätzlich ist es sinnvoll, noch einen kleinen Puffer einzuplanen. So kann es zum Beispiel zu Verzögerungen kommen, wenn der Paketbote die Bestellung bei den Nachbarn abgibt und es länger dauert, den Nachbarn anzutreffen. Wer sich seine Pakete an eine Packstation in der Nähe senden lässt, muss beachten: Ist die Packstation voll oder das Paket zu groß, wird es häufig zur nächsten Postfiliale gebracht, wo es nur innerhalb der Öffnungszeiten abholbar ist.

Manche Online-Shops werben mit garantierter Lieferung bis Weihnachten, wenn man bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bestellt. Was ist da dran?
Scherer: „Wichtig ist für alle Kurz-vor-knapp-Einkäufer, auf die genaue Formulierung und die Bedingungen für die pünktliche Lieferung zu achten. Wenn die Ware doch nicht rechtzeitig eintrifft, muss im Einzelfall geklärt werden, welche Rechte dem Verbraucher zustehen. So oder so – ein Geschenk liegt dann aber trotzdem nicht unter dem Weihnachtsbaum. Deshalb ist es in letzter Minute doch besser, sich in den vorweihnachtlichen Trubel in Innenstädten, Shoppingcentern und auf Weihnachtsmärkten zu wagen.“

Was mache ich, wenn ich ein Geschenk umtauschen möchte, weil es doppelt ist oder nicht gefällt?
Scherer: „Hier gelten unterschiedliche Rechte, je nachdem, ob das Geschenk online oder im Laden gekauft wurde.

Den Vertrag über online gekaufte Ware können Verbraucher grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Die Widerrufsfrist beginnt mit vollständigem Erhalt der Ware, wenn der Kunde ordnungsgemäß, in klarer und verständlicher Weise über sein Widerrufsrecht informiert worden ist.

Für im Laden gekaufte Waren gilt kein gesetzliches Widerrufsrecht. Hier muss der Kunde auf die Kulanz des Verkäufers hoffen. Wer vor dem Kauf sichergehen will, dass er die Ware zurückgeben kann, sollte sich vom Verkäufer die Rückgabebedingungen z.B. auf dem Kassenbon dokumentieren lassen.“

Und welche Rechte habe ich, wenn ich das Geschenk zurückgeben möchte, weil es kaputt ist?
Scherer: „Wenn die Ware einen Mangel aufweist, haben Käufer ein zweijähriges Gewährleistungsrecht gegenüber dem Verkäufer. Dabei ist es egal, ob man im stationären Handel, im Internet oder auf dem Weihnachtsmarkt einkauft. In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf ist Reklamieren einfacher. Dann darf der Händler den Käufer nicht einfach zurückweisen mit der Unterstellung, er habe den Mangel selbst verursacht. Denn in dieser Zeit wird gesetzlich vermutet, dass dieser schon beim Kauf vorhanden war.

Auf dem Weihnachtsmarkt besteht natürlich die Besonderheit, dass die Stände irgendwann wieder abgebaut werden. Wenn man dann nicht mehr weiß, wer der Händler war, wird es schwierig mit der Reklamation. Daher raten wir Verbrauchern, auch auf dem Weihnachtsmarkt einen Kaufbeleg zu fordern und sich die Anschrift des Händlers geben zu lassen, so dass man ihn im Nachhinein kontaktieren kann.“

Wer Probleme mit seinem Vertragspartner zum Widerrufsrecht hat, kann sich mit seinem individuellen Anliegen an die Verbraucherzentrale Brandenburg wenden:

 

Über die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.
Die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. (VZB) ist die wichtigste Interessenvertretung der Brandenburger Verbraucher gegenüber Wirtschaft und Politik. Sie bietet unabhängige Verbraucherberatung, -information und -bildung zu zahlreichen Themen: Markt & Recht, Reise & Freizeit, Finanzen & Versicherungen, Lebensmittel & Ernährung, Digitale Welt & Telekommunikation, Energie, Bauen & Wohnen. Zudem berät sie zu deutsch-polnischem Verbraucherrecht.
Darüber hinaus mahnt die VZB Unternehmen ab, die zu Ungunsten von Verbrauchern gegen geltendes Recht verstoßen und klärt die Öffentlichkeit über Verbraucherrechte, Abzockmaschen und Spartipps auf. 

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