Verbraucherzentrale startet Informationstelefon zu Pflegeverträgen

Pressemitteilung vom

Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, gilt es vieles zu organisieren. Darunter auch das Vertragswerk. Wer Fragen zu seinem ambulanten Pflegevertrag hat – beispielsweise zu Entgelterhöhungen, Vertragsstrafen und Kündigung – kann ab sofort das Informationstelefon der Verbraucherzentrale anrufen. Dieses neue Angebot sowie weitere verbraucherschützende Inhalte wurden heute in der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam mit dem parlamentarischen Staatssekretär Ulrich Kelber aus dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) thematisiert.

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Durch den demografischen Wandel steigt die Nachfrage nach Pflegeleistungen genauso wie der Bedarf an speziellem Verbraucherschutz in diesem Bereich. Bei dem Besuch der Verbraucherzentrale Brandenburg am 19. Mai 2016 informierte sich Staatssekretär Kelber über den Start des Projektes "Marktprüfung ambulante Pflegeverträge", das durch das BMJV gefördert wird. Dazu Staatssekretär Ulrich Kelber: "Das neue Informationstelefon der Verbraucherzentralen Brandenburg, Berlin und Saarland liefert wertvolle Unterstützung bei Fragen und Problemen rund um das Thema Pflegeverträge. So ist auch in schwierigen Situationen schnelle Hilfe für Verbraucherinnen und Verbraucher gewährleistet."

Nicht nur der Bedarf an Verbraucherschutz in der Pflege steigt. In einem ländlich geprägten Flächenland wie Brandenburg muss der Verbraucherschutz weiteren demografischen Entwicklungen begegnen. "Die Verbraucherzentrale Brandenburg will für alle Brandenburgerinnen und Brandenburger da sein. Daher setzen wir uns auch für ein barrierefreies Internet ein, damit Ratsuchende die Möglichkeit haben, unser Angebot jederzeit und überall zu nutzen", betont Christian A. Rumpke, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB). Neben umfangreichen Informationen auf www.vzb.de bietet die VZB für Menschen, die nicht in der Nähe einer der Beratungsstellen wohnen, Beratung per Telefon sowie E-Mail.

Eine der künftigen Herausforderungen ist ein wirksamer Verbraucherschutz in strukturschwachen Räumen. Kelber und Rumpke waren sich einig: "Verbraucherschutz ist ein wesentliches Element der Daseinsvorsorge. Daher ist ein niedrigschwelliger Zugang zur Beratung ein Muss. Wir bleiben im Gespräch über neue Konzepte und Möglichkeiten."

Über das Projekt "Marktprüfung ambulante Pflegeverträge"

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz fördert das neue Projekt der Verbraucherzentralen Brandenburg, Berlin und Saarland. Ziel ist es, Pflegebedürftige und Angehörige über ihre Rechte und Pflichten aus ambulanten Pflegeverträgen aufzuklären. Dazu haben die Verbraucherzentralen die Hotline 0331 98 22 99 88 (Mo 9-13 Uhr, Mi 14-18 Uhr, Fr 8-12 Uhr) geschaltet. Darüber hinaus prüfen die drei Verbraucherzentralen Pflegeverträge auf Rechtsverstöße, um unfaire Vertragsklauseln aufzudecken und gegebenenfalls abzumahnen. Verbraucher sind aufgerufen, Kopien ihrer Verträge mit ambulanten Pflegeanbietern per E-Mail an pflegevertraege[at]vzb.de oder postalisch an die Verbraucherzentrale Brandenburg (Babelsberger Str. 18, 14473 Potsdam) zu schicken. Die Verbraucherschützer verschaffen sich so einen detaillierten Überblick über die im Markt verwendeten Vertragsbedingungen und mahnen im Einzelfall auch ab.

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