Kostenloses Online-Seminar "Dynamische Stromtarife und Smart Meter – einfach erklärt" am 29. April um 16.00 Uhr. Jetzt hier anmelden und bequem von zuhause aus teilnehmen.

Glasfaserausbau in Brandenburg mit Hindernissen

Pressemitteilung vom
Verbraucherzentrale verklagt Anbieter

Der Glasfaserausbau in Deutschland schreitet voran. Doch nicht immer verläuft der Ausbau zügig genug und reibungslos. Die Verbraucherzentrale Brandenburg erklärt, worauf Verbraucher:innen achten sollten und hat einen Anbieter aufgrund intransparenter Vertragsbedingungen verklagt.

Off

Probleme beim Ausbau

Viele Menschen berichten der Verbraucherzentrale von Problemen im Zusammenhang mit der Erschließung von Glasfaser. „Beim Glasfaserausbau müssen Qualität und Verbraucherinteressen gewahrt bleiben. In unseren Beratungen erleben wir jedoch immer wieder, dass es zum Streit mit Anbietern über die geltenden Regeln kommt, vor allem weil sich der dringend benötigte Ausbau in die Länge zieht“, so Michèle Scherer, Digitalexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Besonders in Brandenburg gibt es seit mehreren Jahren zahlreiche Beschwerden über die Open Infra GmbH und die langen Wartezeiten zwischen Vertragsschluss und der Erschließung mit Glasfaser. Die Verbraucherzentrale Brandenburg kennt aus der Verbraucherberatung unterschiedliche Verträge dieses Unternehmens. „Verbraucher:innen werden aus unserer Sicht durch intransparente Bedingungen erheblich benachteiligt, wenn sie den Vertrag kündigen wollen“, sagt Scherer. Daher mahnte die Verbraucherzentrale Open Infra ab. Nachdem der Anbieter außergerichtlich innerhalb der gesetzten Fristen keine Unterlassungserklärung abgab, hat die Verbraucherzentrale nun Klage eingereicht.

Kostenfallen vermeiden

Um unnötige Kosten und Ärger zu vermeiden, rät die Verbraucherzentrale, Vertragsbedingungen vor Abschluss sorgfältig zu prüfen. Insbesondere die Versprechen bei Vertragsanbahnungen an der Haustür sollten Verbraucher:innen kritisch hinterfragen und sich vor einer Unterschrift die Unterlagen aushändigen lassen. So können sie in Ruhe und ohne Druck sowohl Preise als auch technische Details, wie die benötigte Bandbreite, sorgfältig prüfen. „Verbraucher:innen schildern uns immer wieder, dass für sehr hohe Bandbreiten geworben wird. Die individuell benötigte Leistung hängt allerdings sehr von den Nutzungsgewohnheiten ab. Deshalb raten wir dazu, bei Vertragsschluss zunächst eine niedrigere Geschwindigkeit zu wählen. Bei vielen Anbietern kann man später auch noch während der ersten Vertragslaufzeit eine Erhöhung wählen. Eine Verringerung der Bandbreite dagegen ist oft nicht so einfach möglich“, sagt Scherer.  

Verbraucherzentrale setzt sich für verbraucherfreundlichen Glasfaserausbau ein

Die Anforderungen an Internetanschlüsse steigen stetig. Glasfaser gilt dabei als zukunftssichere Technologie. Für Hausbesitzer:innen ist es daher ratsam, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen, da ein Glasfaseranschluss unter anderem den Wert der eigenen Immobilie steigern kann. „Wer die wirtschaftliche und tatsächliche Möglichkeit hat, einen Glasfaseranschluss ins Haus legen zu lassen, sollte diese nutzen. Eine spätere Entscheidung führt häufig zu höheren Kosten“, schätzt Scherer ein.

Die Verbraucherzentrale begleitet das Thema Glasfaserausbau und ist Ansprechpartnerin für die sich daraus ergebenden rechtlichen Herausforderungen für Verbraucher:innen. Sie wird sich auch im Rahmen der in diesem Jahr in Brandenburg stattfindenden Verbraucherschutzministerkonferenz für die Stärkung der Rechte von Kund:innen einsetzen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.