Kostenloses Online-Seminar „Für den Ernstfall gewappnet: Wissenswertes zur digitalen Vorsorge" am 20. Juni um 16.30 Uhr. Jetzt hier anmelden und bequem von zuhause aus teilnehmen.

Tiny Haus: Neuer Trend trifft auf bewährte Rechtsregeln

Pressemitteilung vom
Verbraucherzentrale geht gegen Ausschluss von Gewährleistungsrechten vor

Flexible, platz- und energiesparende Wohnmodelle gewinnen an Beliebtheit. Wer an den Erwerb eines sogenannten Tiny Hauses denkt, darf sicher sein: In keinem Angebot darf die Gewährleistung ausgeschlossen sein. Das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum (VIZ) der Verbraucherzentrale Brandenburg hat einen Tiny-Haus-Anbieter wegen einer entsprechenden unzulässigen Vertragsbedingung erfolgreich abgemahnt.

Off

Eine Verbraucherin aus der Grenzregion ist auf der Suche nach einem Tiny Haus. Bei der Recherche im Internet stößt sie auf eine Firma aus Polen. Ein polnischer Unternehmer trägt laut eigenen Angaben zur Nachhaltigkeit bei: Er baut nicht mehr genutzte Bürocontainer in moderne Tiny Häuser um und bietet solche Raummodule zum attraktiven Preis versandkostenfrei in Deutschland an. Nach Kauf und Fertigstellung des Hauses aber stellt sich heraus, dass das Dach undicht ist und Regenwasser ins Haus eindringt. Da sie in ihrem Kaufvertrag den Ausschluss von jeglicher Gewährleistung gefunden hat, wandte sich die Käuferin mit der Frage, ob das rechtens sei, an das VIZ.

„Auch wenn die Mini-Häuser aus alten Containern bestehen, darf die Gewährleistung nicht ausgeschlossen sein“, erklärt Katarzyna Guzenda, Leiterin des VIZ. Der Verkäufer muss für die Qualität der angebotenen Leistung einstehen. Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen schützen die Erwerbenden auch bei grenzüberschreitenden Geschäften. Anderes gilt lediglich bei der Garantie: Diese ist freiwillig, Anbieter dürfen sie beschränken.

Das VIZ mahnte den Anbieter wegen des unzulässigen Ausschlusses der Gewährleistung ab. Dieser zeigte sich einsichtig und verpflichtete sich, solche Klauseln in Verbraucherverträgen nicht mehr zu verwenden.

Die Verbraucherschützerin rät, sich vor dem Erwerb eines Tiny Hauses umfassend zu informieren, sich mehrere Angebote mit detaillierten Vertragsunterlagen zu holen und dabei nicht nur die Preise, sondern auch die Leistungsbeschreibungen näher unter die Lupe zu nehmen.   

Fragen zu grenzüberschreitenden Verbraucherangelegenheiten beantwortet das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum derzeit telefonisch:

Beratungstermine können Verbraucher:innen unter 0331-98 22 999 5 (Mo bis Fr 9-18 Uhr) oder per E-Mail an konsument@vzb.de vereinbaren.

 

Über die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. (VZB) ist die wichtigste Interessenvertretung der Brandenburger Verbraucher:innen gegenüber Wirtschaft und Politik. Sie bietet unabhängige Verbraucherberatung, -information und -bildung zu zahlreichen Themen: Markt & Recht, Reise & Freizeit, Finanzen & Versicherungen, Lebensmittel & Ernährung, Digitales & Telekommunikation, Energie, Bauen & Wohnen. Zudem berät sie zu deutsch-polnischem Verbraucherrecht.

Darüber hinaus mahnt die VZB Unternehmen ab, die zu Ungunsten von Verbraucher:innen gegen geltendes Recht verstoßen und klärt die Öffentlichkeit über Verbraucherrechte, Abzockmaschen und Spartipps auf.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
Eine Frau blickt auf eine digitale Anzeige.

Ihre Daten bei Facebook und Instagram für KI: So widersprechen Sie

Facebook und Instagram informieren über Änderungen ihrer Richtlinien. Was Sie dort posten soll als Trainingsmaterial für Metas KI-Generatoren verwendet werden. Möchten Sie das nicht, können Sie widersprechen. Die Verbraucherzentrale NRW hat Meta deshalb abgemahnt.
Fußball-Feier: Deutsche Fußball-Fans beim Public Viewing

Vorsicht vor Fakeshops mit Produkten um die Fußball-EM

Auffällig günstige und sofort verfügbare Trikots und Grills: Vor der Fußball-EM in Deutschland fallen im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen Shops auf, die nun besonders häufig von Verbraucher:innen gemeldet werden.
Ein Gesundheitsgerät neben dem Wort Aufruf in einem Ausrufezeichen.

Healy: Keine wissenschaftliche Evidenz für Gesundheitsversprechen

Bei den Verbraucherzentralen haben sich in den letzten Monaten die Beschwerden über das Produkt "Healy" gehäuft, weil selbstständige Verkäufer:innen behaupten, das Produkt würde etwa bei Multipler Sklerose, Depressionen, ADHS oder Hauterkrankungen helfen. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil dazu.