Gezielte Werbung auf Social Media oder Schuldenfallen beim Online-Shopping: Schon junge Menschen sind aktive Verbraucher:innen. Um sie frühzeitig in die Lage zu versetzen, informierte und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, braucht es starke Verbraucherbildung. Am 23. März zeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband Schulen aus, die Kinder und Jugendliche auf ihr Handeln als Verbraucher:innen vorbereiten. In diesem Jahr geht die Auszeichnung auch an drei Schulen aus Brandenburg.
Schulen in Ludwigsfelde, Rathenow und Potsdam ausgezeichnet
„Die ausgezeichneten Schulen zeigen eindrucksvoll, wie sie praxisnah und wirkungsvoll Kinder und Jugendliche auf ein selbstbestimmtes Leben als Verbraucher:innen vorbereiten. Wir beglückwünschen die drei Brandenburger Schulen, die mit kreativen Projekten Alltagswissen vermitteln und Verbraucherschutz ganz praktisch angehen“, so Christian A. Rumpke, Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg.
Die Auszeichnung Verbraucherschule, die bereits zum achten Mal vergeben wird, steht unter Schirmherrschaft von Bundesverbraucherschutzministerin Dr. Stefanie Hubig und wird in den Kategorien Gold, Silber und Bronze verliehen. Gefragt sind Aktivitäten und Projekte in den Bereichen Finanzen, Ernährung, Medien und nachhaltiger Konsum. Diese Schulen aus Brandenburg überzeugten die Jury:
- Gesamtschule der Stadt Ludwigsfelde (ehemalige Gottlieb-Daimler-Schule), Verbraucherschule Silber
- Oberschule „Johann Heinrich August Duncker“, Rathenow, Verbraucherschule Gold
- Gesamtschule "Peter Joseph Lenné", Potsdam, Verbraucherschule Gold
Mehr zu den Maßnahmen der Preisträger:innen sind hier zu finden.
Am 23. März zeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband 121 Schulen aus 15 Bundesländern aus. Die Verbraucherschulen erreichten in den Schuljahren 2023/2024 und 2024/2025 mehr als 68.000 Schüler:innen und damit so viele wie nie zuvor.
Verbaucherbildung gehört in sämtliche Schulen – und muss prüfungsrelevant werden
Der Verbraucheralltag von Kindern und Jugendlichen ist sehr komplex. Verbraucherbildung gibt Orientierung und bereitet junge Menschen auf ihren Alltag vor. Erst im vergangenen Jahr hat die Bildungsministerkonferenz ihre Empfehlung dazu, wie Verbraucherbildung an Schulen umgesetzt werden sollte, aktualisiert. „Sie ist eine Schlüsselkompetenz, die bislang nicht an allen Schulen in Brandenburg gleichermaßen gelebt wird. Starke Verbraucherbildung schützt die Erwachsenen von morgen vor finanziellen und digitalen Risiken und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür braucht es unabhängige, praxisnahe Unterrichtsmaterialien sowie gezielte Unterstützung für Lehrkräfte. Und Verbraucherbildung muss hierzulande endlich prüfungsrelevant verankert werden“, so die Forderung von Rumpke an den neuen Brandenburger Bildungsminister.
Netzwerk Verbraucherschule unterstützt Lehrkräfte
Insgesamt 500-mal wurde die Auszeichnung Verbraucherschule bereits vergeben. Das Netzwerk Verbraucherschule unterstützt Lehrkräfte mit Fortbildungen und weiteren Angeboten. Das Ziel: Verbraucherthemen an Schulen in den Fokus rücken. Seit dem Start der Online-Fortbildungen im Jahr 2020 haben sich mehr als 2.750 Teilnehmende über Verbraucherthemen und Unterrichtsideen informiert. Doch die Finanzierung des Bildungsangebots ist nur bis Ende 2026 gesichert. Die Verbraucherzentrale appelliert an die Bundesregierung, das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen und die Finanzierung der Verbraucherschule dauerhaft zu sichern.
Weitere Informationen zur Auszeichnungsveranstaltung sind hier zu finden: https://www.vzbv.de/termine/auszeichnung-verbraucherschule-2026