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Knochendichtemessung: Wann zahlt die Kasse?

Stand:

Die Knochendichtemessung wird häufig als IGeL abgerechnet. Dabei ist sie nicht erst bei einem Knochenbruch Kassenleistung. Seit einem Beschluss von 2013 auch bereits dann, wenn ein konkreter Befund für einen Knochenschwund vorliegt, der mit Medikamenten behandelt werden soll.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei einer ärztlich diagnostizierten Osteoporose haben Patienten alle fünf Jahre Anrecht auf eine von der Krankenkasse bezahlte Knochendichtemessung.
  • Die Knochendichtemessung kann nach fünf Jahren wiederholt werden, in begründeten Ausnahmefällen auch früher.
  • Auch Patienten mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose, z.B. chronisch kranke Patienten, haben einen Anspruch auf die Knochendichtemessung als Kassenleistung.
  • Ärzte müssen die Knochendichtemessung als Kassenleistung anbieten. Fehlt ihnen die nötige Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung, müssen sie Patienten an einen anderen Arzt mit vorliegender Genehmigung überweisen.
  • Die private Abrechnung einer kassenärztlichen Leistung ist nicht zulässig.
Arzt mit Röntgenbild
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  • Betroffene können bei der Patientenberatungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung ihres Bundeslandes die Adressen von qualifizierten Ärzten erhalten, die eine Knochendichtemessung auf Kassenkosten durchführen.

  • Als reine Früherkennung, also ohne Krankheitsanzeichen, ist die Knochendichtemessung immer eine Privatleistung (IGeL).

Was ist Osteoporose?

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Skeletterkrankung, bei der die Knochen ihre Festigkeit verlieren und deswegen leichter brechen. Das Risiko für Frauen, an Osteoporose zu erkranken, ist etwa doppelt so hoch wie bei Männern. Wichtigster Grund hierfür ist ein verringerter Hormonspiegel an Östrogen nach den Wechseljahren. Osteoporose kann auch als Begleiterscheinung anderer Krankheiten oder als Folge von Medikamentenbehandlungen auftreten.

Was ist die Knochendichtemessung?

Die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) kann, neben anderen ärztlichen Untersuchungen, die Diagnose Osteoporose untermauern. Hierbei wird die Knochenfestigkeit anhand des Mineralsalzgehaltes und der Knochenqualität bestimmt. Das derzeit empfohlene und von den Krankenkassen anerkannte Verfahren zur Messung der Knochendichte ist die DXA-Messung. Sie ist eine strahlungsarme Röntgenmethode, bei der in der Regel Hüfte und Lendenwirbelsäule des Patienten geröntgt werden.

Was zahlt die Krankenkasse?

Bei einer ärztlich diagnostizierten Osteoporose haben Patienten alle fünf Jahre Anrecht auf eine von der Krankenkasse bezahlte Knochendichtemessung. Aufgrund des Krankheitsverlaufs oder anderer klinischer Gründe kann die Messung ggf. auch früher wiederholt werden.

Auf Beschluss des höchsten Gremiums im deutschen Gesundheitswesens, dem Gemeinsamen Bundesauschuss G-BA, hat seit Januar 2014 ein erweiterter Personenkreis Anrecht auf eine kassenfinanzierte Knochendichtemessung. Die Messung ist nicht erst dann Kassenleistung, wenn ein Knochenbruch vorliegt, sondern bereits dann, wenn der Arzt die Absicht hat, aufgrund konkreter Befunde einen Knochenschwund mit Medikamenten zu behandeln. Ziel der Messung ist es, bessere Entscheidungen bei einer medikamentösen Therapie zu treffen.

Es haben nun auch Patienten mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose, z.B. chronisch kranke Patienten, einen Anspruch auf die Knochendichtemessung, selbst wenn sie noch keinen Knochenbruch erlitten haben.

Als reine Früherkennung, also ohne Krankheitsanzeichen, ist die Knochendichtemessung immer eine Privatleistung (IGeL) und muss vom Patienten bezahlt werden.

Was kritisiert die Verbraucherzentrale?

Trotz dieser Regelung müssen nach wie vor viele betroffene Patienten die Messung aus eigener Tasche bezahlen, selbst wenn sie den definierten Risikogruppen angehören. Die Abrechnung als Individuelle Gesundheitsleistung scheint für Arztpraxen lukrativer zu sein als die Erstattung der Leistung über die gesetzlichen Krankenkassen. So kommt es vor, dass Genehmigungen für die Messgeräte an die kassenärztlichen Vereinigungen zurückgegeben oder erst gar nicht beantragt werden, um dann die Leistung (die Geräte verbleiben in der Praxis) privat abrechnen zu können.

Mit einem solchen Verhalten verstoßen Ärzte gegen ihre vertragsärztlichen Pflichten. Besitzt ein Arzt die Genehmigung zur Durchführung eine Knochendichtemessung mittels DXA, muss er diese als Kassenleistung erbringen. Hat er diese nicht, muss er den Patienten auf seinen Kassenanspruch hinweisen und an einen anderen Arzt mit vorliegender Genehmigung überweisen.

Tipps für Patienten

  • Wenn eine Knochendichtemessung ansteht, lassen Sie sich von der Patientenberatungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Ihres Bundeslandes die Adressen von qualifizierten Ärzten in Ihrer Umgebung geben.

  • Fragen Sie beim Arzt konkret nach, ob er die Messung als Basis für eine Therapieentscheidung (zur Verordnung von Medikamenten) benötigt. Dann kann er die Knochendichtemessung als Kassenleistung erbringen.

  • Der GKV-Spitzenverband hat auf die Problematik mit einem Rundschreiben vom 06.05.2014 reagiert. Betroffene Patienten können dieses Schreiben herunterladen und zu ihrem nächsten Arztbesuch mitnehmen.

 

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