Energielabel: eine Übersicht

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Wenn Sie sich ein Haushaltsgerät oder auch eine Heizung mit besonders niedrigem Stromverbrauch anschaffen, senken Sie den CO2-Ausstoß und auf Dauer auch Ihre Energiekosten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Verschiedene Labels können nützlich bei einer Kaufentscheidung sein, es empfiehlt sich aber immer, auch Produkttests zu nutzen.
  • Das Energielabel der EU ist für bestimmte Elektrogeräte wie aber auch für Heizungen sowie Klimageräte vorgeschrieben und hilft Ihnen, den Energieverbrauch dieser Geräte einzuordnen.
  • Für bestimmte Geräte wie Spülmaschinen, Waschmaschinen, Waschtrockner, Kühl- und Gefriergeräte sowie Fernseher und Monitore gibt es ab März 2021 neue EU-Effizienzlabels.
Nahaufnahme eines Stromzählers.
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Das Energielabel informiert Sie über den Energieverbrauch und andere Eigenschaften wie beispielsweise die Lautstärke des Geräts im Betrieb. Das Design des Etiketts ist europaweit einheitlich und mit seinen Symbolen unabhängig von der jeweiligen Landessprache zu verstehen. Für einige Elektrogeräte gibt es ab März 2021 neue EU-Labels.

Der obere Teil des Energielabels ist immer einheitlich.

Welche Geräte haben ein Label?

 

Eine Sonderrolle nehmen Staubsauger ein: Aufgrund eines Gerichtsurteils von Anfang 2019 dürfen neue Staubsauger aktuell leider kein Label mehr tragen. Für sie wird es voraussichtlich 2024 neue EU-Labels geben.

Bandbreite der Energieeffizienzklassen

Die Effizienzklassen sind mit einer Farbskala von grün nach rot dargestellt, wobei A mit dreifachem Pluszeichen (A+++) und die Farbe dunkelgrün die effizientesten Geräte markiert.
Es gibt aber auch Gerätegruppen, bei denen A die höchste Klasse ist.

Hier finden Sie eine Übersicht über die jeweiligen Gerätegruppen und ihrer Energieeffizienzklassen:

Bandbreite der Energieeffizienzklassen nach Gerätegruppen sortiert, die aktuell im Handel zu kaufen sind. Die Farben von grün zu rot sind identisch mit den Farben der Energieeffizienzklassen. (In Anlehnung an HEA, www.hausgeraete-plus.de/energielabel; Stand: 01/2020)

Kühl- und Gefriergerät, Geschirrspüler, Waschmaschine

Bei Kühl- und Gefriergeräten, Geschirrspülern und Waschmaschinen sind derzeit nur noch die Klassen A+++ bis A+  im Handel zu finden. In diesen Fällen ist A+ das Gerät, das am meisten Energie verbraucht, also unter energetischen Gesichtspunkten am wenigsten zu empfehlen ist. Aber zum 1. März 2021 gibt es neue EU-Labels, bei denen die Geräte auch in neue Effizienzklassen eingeteilt werden. Viele Modelle werden sich dann in "schlechteren" Klassen wiederfinden - weil die Anforderungen zur Sparsamkeit gestiegen sind.

Backofen, Dunstabzugshaube

Für Backöfen und Dunstabzugshauben gilt ebenfalls das EU-Energielabel, für Herdplatten jedoch nicht. Die am meisten Strom sparenden Backöfen und Dunstabzugshauben werden mit der Energieeffizienzklasse A+++ gekennzeichnet. Für Backöfen wird es voraussichtlich 2024 neue EU-Labels geben.

Lampe, Leuchtmittel

Den Stromverbrauch einer Lampe können Sie am Energieeffizienzlabel auf der Verpackung ablesen. Es gibt die Effizienzklassen A++ (gut) bis E (schlecht). LEDs (Licht emittierende Dioden)  erreichen die Effizienzklassen A++ und A+, Energiesparlampen werden in der Effizienzklasse A eingestuft. Halogen- und Sonderlampen sind ab der Energieeffizienzklasse B eingestuft. Voraussichtlich im September 2021 wird es neue EU-Labels für Lampen geben.

Für Leuchten mit fest eingebauten LED-Modulen  gibt es ein eigenes Label. Es umfasst ebenfalls die Klassen A++ bis E. Eine geschweifte Klammer zeigt Ihnen an, welcher Klasse die fest eingebauten LEDs angehören. Enthält die Leuchte zusätzlich Fassungen für austauschbare Lampen, zeigt dies eine weitere geschweifte Klammer mit einem Glühlampensymbol an.

Wäschetrockner, Waschtrockner

Die Wäschetrockner , die am wenigsten Strom verbrauchen, haben die Energieeffizienzklasse A+++.  Geräte mit einem hohen Stromverbrauch gehören der   Effizienzklasse B an. Eine Ausnahme bilden die Ablufttrockner, deren schlechteste Klasse C ist. Für diese Geräte wird es voraussichtlich erst 2024 neue EU-Labels geben.

Waschtrockner  sind Kombigeräte, die Waschen und Trocknen vereinen. Doch sie verbrauchen viel mehr Strom und Wasser als die Einzelgeräte Waschmaschine und Trockner. Die Effizienzklassen reichen derzeit von A bis G. Aber zum 1. März 2021 gibt es neue EU-Labels, bei denen die Geräte auch in neue Effizienzklassen eingeteilt werden. Viele Modelle werden sich dann in "schlechteren" Klassen wiederfinden - weil die Anforderungen zur Sparsamkeit gestiegen sind.

Fernseher

Auch Fernseher müssen gekennzeichnet werden. Die Größe des TV-Geräts sagt nicht zwingend etwas über den Energieverbrauch aus. Beim Kauf sollten Sie daher nicht nur auf die Effizienzklasse achten, die zwischen A+++ und D liegen kann, sondern vor allem auf den tatsächlichen Verbrauch. Aber zum 1. März 2021 gibt es neue EU-Labels für Fernseher und Monitore, bei denen die Geräte auch in neue Effizienzklassen eingeteilt werden. Viele Modelle werden sich dann in "schlechteren" Klassen wiederfinden - weil die Anforderungen zur Sparsamkeit gestiegen sind.

Warmwasserbereiter

Alle Durchlauferhitzer, die neu auf den Markt kommen, erhalten das EU-Label und werden damit in eine der Effizienzklassen von A+ (gut) bis F (schlecht) eingestuft. Eine bessere Einstufung können Warmwasserbereiter erreichen, wenn sie mit einer Solaranlage oder einem Warmwasserspeicher verbunden sind. Dafür ist ein A+++-Label vorgesehen. Wichtig ist die Angabe zum jeweiligen Stromverbrauch, weil sich Geräte darin stark unterscheiden können, obwohl sie in derselben Effizienzklasse eingeordnet sind.

Heizung (Raumheizgeräte, Festbrennstoffkessel, Verbundanlagen)

Heizungsanlagen ohne Warmwasserbereitung (Raumheizgeräte, Festbrennstoffkessel) werden in eine der Effizienzklassen A+++ (sehr gut) bis D (schlecht) eingestuft. Je besser eine Heizung eingeordnet ist, umso weniger Energie benötigt sie, um eine bestimmte Menge Wärme zu erzeugen. Allerdings lässt das Heizungslabel  keine Rückschlüsse auf die Verbrauchskosten zu und hilft Ihnen nicht, sich zwischen zwei Heizungsanlagen derselben Funktionsweise zu entscheiden. Ein neues Energielabel für Heizungen wird es voraussichtlich erst 2026 geben.

Es gibt auch Label für Heizungsanlagen, die aus mehreren Einzelgeräten bestehen. Heizung und Warmwasserbereitung werden dann zusammen eingestuft. Zudem gibt es Label für Verbundanlagen, bei denen die Kombinationen mit Solarthermie, Speichern, bestimmten Steuerungen oder weiteren Wärmeerzeugern berücksichtigt werden. So kann beispielsweise ein Brennwertkessel, der allein nur die Klasse A erreicht, in Verbindung mit einer Solaranlage als Gesamtanlage in die Effizienzklasse A+ hochrücken.

Raumklimageräte

Raumklimageräte lassen sich in die Energieeffizienzklassen A+++  bis D einteilen. Mittlerweile erreichen fast alle Geräte auf dem Markt die Effizienzklasse A. Bei Splitgeräten gibt es bereits A+++ -Geräte. Die Klasse beurteilt allerdings nur die Effizienz des Klimagerätes, sie sagt nichts über den absoluten Stromverbrauch aus. Dieser ist auf dem Label separat angegeben.

Lüftungsanlagen

Die Energieeffizienzklassen für Wohnungslüftungsanlagen reichen von Klasse A+ bis D. Die Kennzeichnung gilt für alle zentralen und dezentralen Lüftungsgeräte mit Ventilatoren.

Neue Labels ab 2021

Ab März 2021 will die EU neue Energielabels vergeben. Sie sollen für folgende Haushaltsgeräte gelten: Geschirrspüler, Waschmaschinen und Waschtrockner, Kühlschränke und Weinlagerschränke, Lampen und elektronische Displays wie Fernseher und Monitore.

Die neuen Labels sollen nicht nur über den Strombedarf des Geräts informieren, sondern auch über weitere wichtige Kriterien wie etwa der konkrete Wasserverbrauch bei Spül- und Waschmaschinen und die Dauer des Spül- bzw. Waschvorgangs. Auch die Farbskala verändert sich, sie wird wieder für alle Geräte einheitlich. Mit der Rückkehr zu den Effizienzklassen A bis G soll es für Sie als Käufer leichter sein, Produkte zu beurteilen und zu vergleichen. Die Klassen A+ bis A+++, die aktuell die sparsamsten Geräte kennzeichnen, entfallen, weil beispielsweise bei einem A+-Gerät nicht auf Anhieb ersichtlich ist, ob es beim Energieverbrauch gut oder nur mittelmäßig abschneidet.
In vielen Fällen wird aus dem heutigen A+++ ein B oder C.

Künftig sollen die EU-Label auch einen QR-Code tragen. Mit Ihrem Smartphone können Sie dann die darauf gespeicherten Informationen scannen.

Freiwillige Labels

Für viele Elektrogeräte, insbesondere der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik, gibt es noch keine einheitliche Kennzeichnungspflicht für den Energieverbrauch. Einen Hinweis auf einen niedrigen Stromverbrauch können jedoch freiwillige Labels geben. Nachfolgend finden Sie einige dieser Labels.

Blauer Engel

Der Blaue Engel berücksichtigt nicht nur den Stromverbrauch im Betrieb, sondern auch den, der bei der Herstellung und der Entsorgung der Geräte entsteht. Darüber hinaus zeigt das Blaue-Engel-Siegel an, dass es sich hier um ein besonders langlebiges, leises und/oder emissionsarmes und recyclingfähiges Gerät handelt. Zu finden ist das Label auf:

  • Computer
  • Drucker, Kopierer, Multifunktionsgeräte
  • Heizungsanlagen für Holzpellets
  • Solaranlagen 

EU-Ecolabel / Euroblume

Mit Hilfe des EU-Umweltzeichens sollen Verbraucher umweltfreundliche und gesunde Produkte und Dienstleistungen identifizieren können. Bei Fernsehern und Computern sind ein geringer Stromverbrauch sowie die Nutzung eher natürlicher Ressourcen und weniger gefährlicher Stoffe die Vergabekriterien. Zu finden ist das Label auf:

  • Computer
  • Fernseher

TCO-Siegel

Das schwedische Qualitäts- und Umweltsiegel TCO hat weltweite Bedeutung. Geprüft wird die Benutzer- und Umweltfreundlichkeit eines Produktes wie auch die seines Herstellungsprozesses. Zu finden ist das Label auf:

  • PC
  • Notebooks
  • Bildschirme

 

Weitere Informationen gibt auch die Verbraucher Initiative auf ihrer Homepage.