Fitnessstudio kündigen: So geht‘s

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Hast du keine Lust mehr auf Trainings in deinem Fitnessstudio? Oder geht das nicht wegen gesundheitlicher Probleme? Dann ist die Frage: Wie komme ich aus dem Fitnessstudio-Vertrag heraus? Hier erklären wir, wann du kündigen kannst. 

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Welche Kündigungsfrist hat mein Fitnessstudio-Vertrag?

Fitnessstudio-Verträge kannst du meistens für eine feste Dauer abschließen: Es gibt zum Beispiel Verträge mit Laufzeiten von 6, 12 oder 24 Monaten. Unterschreibst du einen Vertrag, dann musst du die monatlichen Beiträge grundsätzlich bis zum Ende der Laufzeit bezahlen. Das bedeutet: Du kannst erst zum Ende der vereinbarten Laufzeit kündigen. 
Denke daran, rechtzeitig zu kündigen: Sonst verlängern sich viele Fitnessstudioverträge automatisch. In deinem Vertrag kannst du die Kündigungsfrist nachlesen.
Obwohl viele Fitnessstudios eine Kündigung per Mail (in Textform) zulassen, ist unser Rat: Schicke das Kündigungsschreiben lieber per Einschreiben. So kannst du nachweisen, dass deine Kündigung angekommen ist. 

Viele Fitnessstudio-Verträge verlängern sich automatisch, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Schau in deinen Vertrag oder in die AGBs und überprüfe die Kündigungsfrist!

Die außerordentliche Kündigung: Wann hast du ein Sonderkündigungsrecht?

Kannst du das Fitnessstudio für eine gewisse Zeit nicht nutzen (zum Beispiel wegen einem Wasserschaden)? Wurde dein monatlicher Mitgliedsbeitrag überraschend erhöht oder das Frauenfitnessstudio in ein gemischtes Studio umgewandelt? Das können Gründe für eine außerordentliche Kündigung sein. 
Denn in einigen Fällen kannst du deinen Fitnessstudio-Vertrag vorzeitig beenden: wenn Störungen oder Probleme auftreten, die in der Risikosphäre des Studiobetreibers liegen. Zuerst musst du aber deinem Vertragspartner die Möglichkeit geben, das Problem zu beseitigen. Setze ihm eine angemessene Frist und fordere ihn zur Behebung der Störung auf.

Bevor du den Vertrag wegen einer Störungen außerordentlich kündigst, setze dem Betreiber eine angemessene Frist zur Beseitigung des Problems.

Die Kündigung bei Krankheit: Wann kannst du deinen Fitnessstudio-Vertrag außerordentlich kündigen?

Kannst du wegen einer Krankheit nicht mehr im Fitnessstudio trainieren? In einigen Fällen kannst deinen Fitnessstudiovertrag aus wichtigem Grund sofort kündigen. Wann ein wichtiger Grund vorliegt, muss in jeder Situation individuell entschieden werden: Ein Beispiel ist eine dauerhafte, beim Vertragsschluss noch nicht diagnostizierte Erkrankung, die das Training im Fitnessstudio bis zum Ende der Vertragslaufzeit unmöglich macht.
Schicke die Kündigung an das Fitnessstudio sobald du von deiner Krankheit erfährst. Neben dem Kündigungsschreiben musst du auch ein ärztliches Attest vorlegen. Der Fitnessstudiobetreiber darf aber von Dir nicht verlangen, dass eine genaue Bezeichnung der Krankheit im Attest steht.

Kannst du wegen einer dauerhaften Erkrankung nicht mehr trainieren und willst du aus diesem Grund deinen Fitnessstudiovertrag sofort kündigen? Mit dem Kündigungsschreiben musst du unbedingt eine ärztliche Bescheinigung einreichen.

Kann ich mein Fitnessstudio bei Umzug oder Schwangerschaft kündigen?

Viele Menschen denken, dass sie einen Fitnessstudio-Vertrag bei einem Umzug in eine andere Stadt oder ins Ausland außerordentlich kündigen können. Die Gerichte sehen das aber anders. Ein Sonderkündigungsrecht wegen Umzug hast du nur, wenn es auch im Vertrag steht.

Was die sofortige Kündigung wegen einer Schwangerschaft angeht, gibt es leider keine eindeutige Antwort. Eine Schwangerschaft kann ein Kündigungsgrund sein, muss aber nicht. Hier kommt es auf den Einzelfall an. Was kannst du also tun, wenn du während deiner Schwangerschaft nicht im Fitnessstudio trainieren willst oder kannst? Unser Tipp: Versuche den Vertrag mit deinem Betreiber aufzulösen. 

Bist du in eine andere Stadt umgezogen? Das ist leider kein Grund zur sofortigen Kündigung des Fitnessstudiovertrags. Es ist aber einen Versuch wert, den Studiobetreiber um eine kulante Beendigung des Vertrags zu bitten.

Bist du nicht sicher, ob du kündigen kannst oder hast du wegen der Corona-Krise Probleme mit der Kündigung? Du kannst dich bei der Verbraucherzentrale persönlich beraten lassen. Weitere Informationen zur Kündigung während der Corona-Krise findest du hier