Wie erkenne ich, was in verpackten Lebensmitteln drin ist?

Du kannst diesen Text auch auf Englisch oder Polnisch lesen.

Du fragst dich beim Einkauf, was in Joghurt, Saft oder Keksen genau drin ist? Oder wie du versteckten Zucker oder Halal-Produkte erkennst? Auf Verpackungen von Lebensmitteln informiert der Hersteller über das Produkt. Wir sagen dir, was draufstehen muss und was es bedeutet. 

Verbraucherin liest Lebensmittelverpackung im Supermarkt
Off

Was muss auf der Lebensmittelverpackung draufstehen?

Wer Lebensmittel einkauft, kann die Informationen auf der Verpackung lesen und herausfinden, was drin ist. So erfährst du mehr über das Produkt:

Lebensmittelverpackung eines Getränks
Bild: Henrike Ott

 

„Bezeichnung des Lebensmittels“

Viele Lebensmittel haben Fantasienamen, zum Beispiel „Peachy Ice-Tea“ (siehe Bild). Hinten auf der Flasche steht „Eisteegetränk mit Pfirsichgeschmack“, das ist die gesetzlich vorgeschriebene Bezeichnung des Produkts. Sie sagt dir genau, was drin ist. 

Zutatenliste

In der Zutatenliste findest du alle im Produkt enthaltenen Zutaten. Die Reihenfolge der Zutaten richtet sich nach der Menge der Zutaten: Ganz vorn steht die Zutat, die am meisten drin ist. In unserem Beispiel „Peachy Ice-Tea“ ist das Wasser. Dann folgt die Zutat, die am zweitmeisten drin ist: Zucker. Es folgen alle anderen Zutaten in der Reihenfolge der Menge, in der sie enthalten sind. 
Zutaten, die eine allergische Reaktion auslösen können, erkennst du an einer fetten Schrift, an Großbuchstaben oder einem Unterstrich.

Nährwerttabelle

Die Nährwerttabelle sagt dir, wie viel Energie, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Eiweiß und Salz im Produkt steckt. Diese Angaben beziehen sich auf 100 Gramm bei festen Lebensmitteln und 100 Milliliter bei flüssigen Lebensmitteln. Zum Beispiel sind im „Peachy Ice-Tea“ 6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter.

Menge

Die Menge gibt an, wie viel von dem Lebensmittel in der Verpackung ist. Sie wird in Gramm, in Kilogramm, in Millilitern oder in Litern angegeben. Manchmal steht auch die Stückzahl auf der Verpackung, zum Beispiel bei abgepackten Zitronen.

Kontakt

Auf verpackten Lebensmitteln muss der Name oder die Firma und die Anschrift des Herstellers, Verpackers oder Verkäufers stehen. Bei diesem Kontakt kannst du Fragen zum Produkt stellen oder dich beschweren, wenn etwas mit dem Produkt nicht in Ordnung ist.

Wie lange ist das Produkt haltbar?

Auf allen verpackten Lebensmitteln ist ein Datum aufgedruckt. 
Bei Produkten mit einer langen Haltbarkeit findest du das „Mindesthaltbarkeitsdatum“. Das bedeutet: 

  • du kannst das Lebensmittel mindestens bis zu diesem Tag essen
  • und das Lebensmittel sieht, riecht und schmeckt genauso wie am ersten Tag. 

Oft sind die Produkte länger haltbar. Wenn es noch gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt, kannst du es noch essen. Im Supermarkt kannst du solche Produkte oft zu einem günstigeren Preis kaufen. 

Bei leicht verderblichen Lebensmitteln, wie Hackfleisch oder geschnittenem Salat, findest du ein Verbrauchsdatum. Bis zu diesem Datum musst du die Lebensmittel aufessen, danach kannst du krank werden. Der Supermarkt darf solche Produkte dann nicht mehr verkaufen.

Preis

Der Preis muss auf dem Produkt oder in der Nähe des Produkts stehen, zum Beispiel am Regal. Zusätzlich muss der Verkäufer den „Grundpreis“ angeben. 
Der Grundpreis ist der Preis pro 1 Kilogramm oder 100 Gramm bei festen Lebensmitteln und 1 Liter oder 100 Milliliter bei flüssigen Lebensmitteln. Er steht häufig klein unter dem Preis. Mit Hilfe des Grundpreises kannst du die Preise von unterschiedlichen Produkten vergleichen, denn nicht alle Produkte haben die gleiche Packungsgröße.

Für unverpackte Lebensmittel, wie zum Beispiel Brot beim Bäcker oder Obst auf dem Markt, gibt es andere Regeln. Informationen zum Produkt gibt dir der Verkäufer.

Wie erkennst du versteckten Zucker in Lebensmitteln?

Zucker ist in vielen Lebensmitteln enthalten. In vielen Produkten vermutet man ihn nicht. 

Wie viel Zucker ist im Lebensmittel?

Auf verpackten Lebensmitteln findest du eine Nährwerttabelle. Dort steht, wie viele Kohlenhydrate in 100 Gramm des Lebensmittels stecken und wie viel Gramm davon Zucker sind. Diese Zahl beschreibt den Gesamtzuckergehalt im Produkt. Das ist der von Natur aus enthaltene Zucker und der zugesetzte Zucker.
In der Zutatenliste auf der Verpackung findest du Informationen über zugesetzte Zucker oder andere süßende Zutaten in Lebensmitteln. 

So findest du Lebensmittel mit wenig Zucker

Viel Zucker ist oft in stark verarbeiteten Lebensmitteln, zum Beispiel in Süßspeisen, verarbeiteten Milchprodukten, Desserts, süßen Backwaren, Cornflakes und Müsli oder Getränken. 
Mit Hilfe des Ampelchecks kannst du den Zuckergehalt in Lebensmitteln leicht beurteilen. Entnimm den Zuckergehalt pro 100 Gramm aus der Nährwerttabelle von der Verpackung und vergleiche ihn mit den Angaben des Ampelchecks. Wichtig ist: für Getränke gelten nur die halben der hier angegebenen Werte.

Mit dem Ampelcheck Zuckerbomben und Fettfallen entlarven

Im Bild siehst du, wie du die Menge an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz in einem Produkt bewerten kannst.
Grün ist die optimale Lebensmittelauswahl: In der Ampel ist zum Beispiel ein Naturjoghurt mit 4 Gramm Zucker pro 100 Gramm grün und kann viel gegessen werden. Ein Erdbeerjoghurt enthält 13 Gramm Zucker pro 100 Gramm und ist damit gelb. Produkte in der Ampelfarbe Gelb solltest du in Maßen und solche mit der Farbe Rot selten essen. 

Zucker hat viele Namen

Neben normalem Zucker (chemisch „Saccharose“) gibt es viele andere Zutaten, die süßend sind und zum Zuckergehalt beitragen. Er kann sich hinter vielen Namen verbergen, wodurch der Zucker manchmal schwer zu erkennen ist.
Willst du wissen, welcher Zucker in einem Produkt ist? Dann suche in der Zutatenliste nach diesen Zuckern und zuckerreichen Zutaten:

  • Saccharose (Haushaltszucker)
  • Dextrose bzw. Glukose (Traubenzucker)
  • Fruktose (Fruchtzucker), Fruktose Sirup oder Fruktose-Glukose-Sirup
  • Karamellsirup
  • Laktose (Milchzucker)
  • Maltose (Malzzucker) oder Malzextrakt
  • Maltodextrin, Dextrin 
  • Süßmolkenpulver
  • Gerstenmalz/Gerstenmalzextrakt

Wie finde ich Produkte, die Halal sind? Wie erkenne ich, ob in Produkten Gelatine oder Alkohol ist?

Wie finde ich Produkte ohne tierische Bestandteile oder Alkohol?

Jedes abgepackte Lebensmittel hat eine Zutatenliste. Dort kannst du alle Zutaten lesen, die im Endprodukt zu finden sind. 
Es gibt aber auch Zutaten, die nicht in der Zutatenliste stehen. Zum Beispiel, wenn der Hersteller

  • beim Klären von Fruchtsaft Gelatine verwendet, 
  • Alkohol in kleinen Mengen oder Alkohol beim Herstellen von Farb- und Aromastoffen verwendet,  
  • tierische Emulgatoren aus Speisefettsäuren verwendet, 

Auch bei Fleischbestandteilen muss der Hersteller die Tierart nicht angeben. So kann in Lammsalami auch Schweinefleisch anteilig enthalten sein.

Willst du es genau wissen? Dann frage beim Hersteller nach. Auch die Bezeichnung „vegan“ kann hilfreich sein. Die Hersteller verzichten dann auf sämtliche Zutaten (Verarbeitungshilfsstoffe, Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen, Enzymen) von Tieren in allen Produktions- und Verarbeitungsstufen. Dies erkennst du an dem gelben Siegel und dem „V“ in der Mitte und an dem Wort „vegan“. 

Unser Tipp: Bei verpackten Lebensmitteln hilft es, die Zutatenliste zu lesen. Willst du sicher sein, musst du beim Hersteller nachfragen. Bei nicht verpackten Lebensmitteln kannst du an der Theke beim Verkäufer nachfragen.

Wie finde ich Lebensmittel, die Halal sind? 

Der Begriff „Halal“ ist gesetzlich nicht geschützt. Es gibt viele Halal-Siegel für Produkte, aber keine einheitlichen Kriterien. 
In der EU ist der Begriff "Halal" lebensmittelrechtlich nicht geschützt. Für "Halal"-Produkte bestehen bisher keine einheitlichen Standards für die sogenannten „reinen“ Speisenvorschriften. Es gibt auch keine einheitlichen Zertifizierungen. Was genau hinter den vielen Siegeln für „Halal“ steht, ist sehr undurchsichtig und schwierig zu prüfen. 
Da es keine gesetzlichen Vorschriften zu einer eindeutigen „Halal“- Kennzeichnung gibt, bleibt nur das Vertrauen auf die Siegel und die Nachfrage beim Hersteller selbst. Das gilt auch für vegane Lebensmittel.