Verbraucherschutz: Einsatz für faire Märkte zeigt Wirkung
Verbraucherzentrale stellt neuen Jahresbericht 2025/2026 vor
Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) hatte im vergangenen Jahr rund 47.800 persönliche Kontakte zu Verbraucherinnen und Verbrauchern, darunter waren 9.500 individuelle Beratungen. Fehlerhafte und unverständliche Abrechnungen, Probleme beim Anbieterwechsel, Fake-Angebote im Internet oder Abofallen – die Bandbreite der Themen ist groß. Das geht aus dem neuen Jahresbericht 2025/2026 hervor, den Dr. Christian A. Rumpke, Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg, heute an Verbraucherschutzministerin Hanka Mittelstädt übergeben hat. Der Bericht zeigt: Hohe Preise, undurchsichtige Angebote und Verträge und unfaire Geschäftspraktiken bleiben präsent im Alltag der Menschen. Die Verbraucherzentrale unterstützt mit unabhängiger Beratung, konsequenter Rechtsdurchsetzung und politischem Engagement.
Verbraucherschutzministerin Hanka Mittelstädt sagte: „Die Verbraucherzentrale Brandenburg ist eine unverzichtbare Institution für den Verbraucherschutz in unserem Land. Der neue Jahresbericht zeigt erneut eindrucksvoll, wie wichtig ihre Arbeit ist. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten und immer komplexerer Angebote brauchen Verbraucherinnen und Verbraucher eine starke, unabhängige Anlaufstelle. Mit dem vom Land finanzierten Projekt ‚Verbraucherschutz in Kommunen leben‘ bringen wir die Unterstützungsangebote der Verbraucherzentrale noch näher zu den Menschen. Dazu verzahnen wir sie enger mit den Angeboten vor Ort. Modellkommunen sind dabei die Landkreise Dahme-Spreewald und Uckermark sowie die Stadt Eberswalde. Als Vorsitzland der Verbraucherschutzkonferenz der Länder hat Brandenburg in diesem Jahr zudem wichtige Beschlüsse für einen starken und handlungsfähigen Verbraucherschutz gefasst – gerade mit Blick auf die Herausforderungen einer dynamischen, zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägten digitalen Welt.“
Dr. Christian A. Rumpke, Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg: „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kämpfen mit langfristigen Folgen hoher Preise, unübersichtlichen Tarifen und mangelnder Transparenz. Unsere Aufgabe ist es, Menschen Orientierung zu geben und gleichzeitig strukturelle Probleme sichtbar zu machen. So zeigen wir auch auf, wo politisches Handeln gefragt ist.“
Beratung nah an den Menschen
Auch 2025 legte die Verbraucherzentrale einen Schwerpunkt auf gute Erreichbarkeit: Ratsuchende konnten die Angebote in den Beratungsstellen, telefonisch und in den beiden Beratungsmobilen nutzen, die landesweit unterwegs sind und zwischen Uckermark und Lausitz persönliche Anlaufpunkte für die Menschen vor Ort bieten. Zudem führte die Verbraucherzentrale die Beratung per Videochat ein. Diese erleichtert insbesondere Menschen in ländlichen Regionen oder mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zu unabhängiger und qualifizierter Unterstützung. Im Sinne der sozialen Gerechtigkeit erweiterte sie überdies ihren Sozialtarif. Seit Januar 2026 können Menschen mit geringem Einkommen nun auch von einem reduzierten Entgelt für die unabhängige Finanz- und Versicherungsberatung profitieren.
Energie bleibt wichtigstes Thema
Zum siebten Mal in Folge war der Bereich Energie und Wohnen das häufigste Hilfethema. 36 Prozent der Beratungen beschäftigten sich im Jahr 2025 mit fehlerhaften Strom- und Gasrechnungen, Anbieterwechseln, Energiesparen oder untergeschobenen Verträgen.
Die Rechts-, Finanz-, Ernährung- und Energieberater:innen führten insgesamt mehr als 9.500 umfängliche Beratungen durch. Hinzu kamen 28.500 Kurzinformationen sowie über 9.800 Vortrags- und Gruppenteilnahmen. Insgesamt erreichte die Verbraucherzentrale mit Beratung, individuellen Informationen und Vorträgen über 47.800 Menschen.
Verbraucherschutz in der digitalen Welt: Schwarzliste Inkasso und Vorgehen gegen Fakeshops
Auch mit ihren digitalen Angeboten konnte die Verbraucherzentrale Brandenburg konkret helfen. Beispielsweise wurde ihr Online-Angebot rund 746.000 mal besucht. Dabei veröffentlicht sie tagesaktuell Warnungen vor Fake-Inkasso in ihrer Schwarzliste Inkasso und trägt damit dazu bei, dass weniger Menschen Opfer von Betrug werden. Diese Schwarzliste „Made in Brandenburg“ war mit fast 283.000 Besuchen das mit Abstand beliebteste Angebot auf verbraucherzentrale-brandenburg.de und so stark nachgefragt wie nie.
Weiterhin beliebt ist auch der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen, über den sich allein durch Eingabe der URL eines Online-Shops prüfen lässt, ob die Gefahr besteht, auf einen Fakeshop hereinzufallen. Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen wird auch durch das Verbraucherschutzministerium unterstützt.
Verbraucherrechte erfolgreich durchgesetzt
„Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass Märkte funktionieren und Unternehmen ihre Regeln einhalten. Deshalb verbinden wir Beratung mit politischem Einsatz und konsequenter Rechtsdurchsetzung. Unser Ziel ist, nicht nur individuelle Probleme zu lösen, sondern dort anzusetzen, wo sie verursacht werden“, sagt Rumpke.
Ein besonderer Meilenstein gelang der Verbraucherzentrale Brandenburg vor dem Bundesgerichtshof. In zwei Musterfeststellungsklagen gegen die Sparkassen Barnim sowie Spree-Neiße bestätigte das Gericht Ende 2025, dass die verwendeten Zinsanpassungsklauseln unwirksam waren. Von den Verfahren profitierten rund 700 angeschlossene Verbraucherinnen und Verbraucher. Auch bei digitalen Bezahlvorgängen setzte sie sich für Verbraucherrechte ein und stellte klar: Trinkgeld muss freiwillig bleiben.
Einsatz für faire Regeln am Markt
Neben Beratung und Rechtsdurchsetzung setzte die Verbraucherzentrale auch verbraucherpolitisch Akzente. Nach einer Untersuchung zur Transparenz im Fernwärmemarkt mahnte sie sechs Anbieter erfolgreich ab und schuf damit die Grundlage für einen Dialog mit der Politik. Und in ihrem neuen Online-Format „Verbraucherpolitik aktuell“ diskutiert die Verbraucherzentrale regelmäßig mit Expertinnen und Experten drängende Probleme: von Mobilfunklöchern und Bargeldversorgung in ländlichen Regionen über hohe Fernwärmepreise in Brandenburg bis zur geplanten kommunalen Verpackungssteuer.
Download
Der Jahresbericht 2025/26 mit Zahlen, Entwicklungen und Schwerpunkten der Arbeit der Verbraucherzentrale Brandenburg steht hier zum Download (barrierefrei) bereit.
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