Wasserstoff im Heizungskeller: teure Hoffnung auf eine günstige Zukunft
Verbraucherzentrale zu Wasserstofffarben und Kostenrisiken
- Das Gebäudemodernisierungsgesetz berücksichtigt verschiedene Wasserstoffarten für den schrittweisen Einsatz klimafreundlicher Energieträger.
- Die verschiedenen Farben von Wasserstoff stehen für unterschiedliche Herstellungswege.
- Für Hausbesitzer:innen bleibt entscheidend: Wasserstoff wird voraussichtlich knapp und teuer bleiben.
Farbenlehre durch neue Vorgaben relevant
Für Privatpersonen wird die Unterscheidung der Wasserstoffarten insbesondere durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) relevant. Zwar dürfen Hausbesitzer:innen weiterhin neue Öl- und Gasheizungen einbauen, sie müssen diese jedoch entsprechend der gesetzlich festgelegten Biotreppe schrittweise mit einem steigenden Anteil klimafreundlicher Energieträger betreiben. Die Biotreppe beschreibt dabei die gesetzlich vorgesehenen Stufen, mit denen der Anteil klimafreundlicher Energieträger in bestimmten Heizsystemen schrittweise erhöht werden soll. Dabei können unter anderem verschiedene Wasserstoffarten eine Rolle spielen.
Wasserstoff als Champagner der Energiewende
„Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist entscheidend, welche Energieträger künftig tatsächlich verfügbar und bezahlbar sind. Wasserstoff wird dabei voraussichtlich eine eher begrenzte Rolle im Gebäudebereich spielen“, so Joshua Jahn, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale.
Denn die Verbrennung von Wasserstoff zur dezentralen Wärmeerzeugung in Gebäuden ist in der Regel nicht wirtschaftlich und sinnvoll. „Im Vergleich zur Wärmepumpe ist für die Herstellung und Nutzung von grünem Wasserstoff fünf- bis sechsmal mehr Energie notwendig, um denselben Wärmebedarf zu decken”, so Jahn.
Herstellungsmethoden und Farben
Unternehmen können Wasserstoff auf sehr unterschiedliche Arten herstellen. Je nachdem, aus welchen Ausgangsstoffen er gewonnen oder welche Energie für seine Herstellung eingesetzt wird, erhält er eine bestimmte Farbbezeichnung.
In der Biotreppe werden unter anderem folgende Wasserstoffarten berücksichtigt:
- Grün: Wasserstoff wird aus Wasser, mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien (zum Beispiel Wind- oder Solarstrom), hergestellt.
- Orange: Wasserstoff wird aus Biomasse hergestellt oder mithilfe von Strom aus Müllverbrennungsanlagen erzeugt.
- Blau: Wasserstoff wird aus Erdgas hergestellt. Das dabei entstehende CO₂ wird abgeschieden und dauerhaft unterirdisch gespeichert – anders als bei grauem Wasserstoff, bei dem die Speicherung unterbleibt.
Weitere Wasserstofffarben
Neben den von der Bundesregierung in der Biotreppe akzeptierten Herstellungsverfahren gibt es weitere Wasserstoffarten:
- Gold/Weiß: natürlich auf der Erde vorkommender Wasserstoff
- Rot/Pink: Strom zur Herstellung stammt aus Atomstrom
- Gelb: Strom zur Herstellung stammt aus dem öffentlichen Strommix
- Grau: Herstellung aus Erdgas
- Braun: aus Braunkohle
Schwarz: aus Steinkohle
Unabhängige Beratung
Alle Fragen zum Thema Energiesparen und zum Heizungstausch beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit ihrem umfangreichen Angebot. Interessierte vereinbaren online unter verbraucherzentrale-brandenburg.de/terminbuchung oder telefonisch unter 0331 - 98 22 999 5 (Mo-Fr 9-17 Uhr) einen Termin. Weitere Informationen gibt es unter: www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/node/15772
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