Vorsicht vor Job-Scamming

Pressemitteilung vom 16. September 2026

Verbraucherzentralen warnen vor Betrug am Arbeitsmarkt

  • Wer online nach Arbeit sucht, stößt leicht auf betrügerische Jobangebote. Das Gemeine dabei: Sie sind von seriösen kaum noch zu unterscheiden.
  • Im schlimmsten Fall enden Arbeitssuchende damit, ungewollt Betrügern bei der Geldwäsche zu helfen.
  • Die Verbraucherzentralen raten daher, Stellenanzeigen genau zu prüfen und klären, worauf zu achten ist.   

Gefälschte Stellenanzeigen und täuschend echte Karriereseiten wirken heute professioneller denn je. Gleichzeitig sinkt der Aufwand, mit dem sich solche Betrugsmaschen umsetzen lassen. „Kriminelle können mittlerweile auf fertige Webseiten, gefälschte Identitäten und technische Infrastruktur zurückgreifen oder diese als Dienstleistung einkaufen. Zusätzlich erleichtert künstliche Intelligenz den Betrug mit Jobanzeigen zunehmend“, erklärt Michèle Scherer, Expertin für Digitales der Verbraucherzentrale Brandenburg. Daher werde es für Verbraucher:innen immer schwerer, gefälschte Stellenanzeigen zu entlarven. Aber warum ist das wichtig? „Mit den Fake-Anzeigen haben es Kriminelle auf persönliche Daten der Bewerberinnen und Bewerber abgesehen. Diese nutzen sie, um Fakeshops, Accounts und (Bank)-Konten zu eröffnen oder Kredite aufzunehmen und Verträge abzuschließen“, erklärt Scherer. Um das zu vermeiden, sollten Bewerberinnen und Bewerber bei der Jobsuche genau hinsehen.  

Hundert Prozent Homeoffice: Zu gut, um wahr zu sein

„Auch wenn sie seriös wirken und die Aufmachung sehr professionell ist, fallen immer wieder gewisse Ähnlichkeiten auf“, merkt die Expertin an. Fast allen betrügerischen Anzeigen ist gemein, dass Qualifikationen oder die Fähigkeiten der Jobsuchenden kaum relevant sind. Zeugnisse oder Nachweise werden im Bewerbungsverfahren nicht verlangt. „Daran sind Betrüger auch nicht interessiert. Vielmehr geht es darum, die Hürden für eine Bewerbung so gering wie möglich zu halten, damit genügend Bewerbende ihre Daten preisgeben.“ Ein weiteres häufiges Merkmal: Hundert Prozent Homeoffice. „Fake-Jobs benötigen keine Büroräume. Wird mit Tätigkeiten geworben, die bequem von zu Hause erledigt werden können, sollten Jobsuchende genau hinschauen“, rät Scherer.  

Erst Vertrauen, dann Datenabfrage

Häufig stellen Betrüger durch ein seriöses Auftreten, Telefonate oder Chats Vertrauen her – analoge Kontakte finden hingegen nicht statt. „Ein persönlicher digitaler Kontakt ist aber kein Echtheitsnachweis“, warnt die Expertin. Spätestens, wenn Bewerber:innen vor dem Unterzeichnen des Arbeitsvertrags ihre Kontodaten, ihren Ausweis oder ihren Versicherungsnummernachweis übermitteln sollen, ist Misstrauen angebracht. Scherer rät, in solchen Fällen sofort den Bewerbungsprozess zu beenden. Das gelte auch, wenn ein Video-Ident-Verfahren verlangt wird. „So plausibel der vorgeschobene Grund auch klingen mag, mit dieser Masche eröffnen Kriminelle ein Bankkonto unter Umständen zum Zweck der Geldwäsche“, sagt Scherer.  

Bereits Betroffenen hilft der Notfall-Check der Verbraucherzentralen:  
www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/jobscamming-notfallcheck    

Weitere Informationen zum Betrug mit Jobanzeigen auf:  
www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/was-ist-job-scamming 

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