Verpackungssteuer in Potsdam: Chaos bei der Preisauszeichnung

Pressemitteilung vom 05. November 2026

Verbraucherzentrale prüft 31 Anbieter: Endpreis oft unklar

  • Gut einen Monat nach Einführung der Verpackungssteuer hat die Verbraucherzentrale Brandenburg die Preisauszeichnung bei 31 Potsdamer Anbietern überprüft.
  • Obwohl die meisten Unternehmen über die Steuer informieren, bleibt häufig unklar, was Kund:innen tatsächlich zahlen müssen. Nur 39 Prozent der getesteten Anbieter geben den konkret zu zahlenden Aufpreis an.
  • Die Verbraucherzentrale fordert transparente Preisauszeichnungen. Auch die Stadt muss erkennen: Dieses Chaos sorgt für zusätzlichen Unmut über die Steuer. 

Was kostet die Verpackung?

26 von 31 getesteten Anbietern (84 Prozent) weisen mit einem Aufsteller oder Aushang zwar auf die Verpackungssteuer hin. Doch die Informationen sind häufig unvollständig: Sechs Anbieter nennen gar keine Preise für Einwegverpackungen oder -becher, 13 lediglich Nettobeträge. Nur zwölf Unternehmen geben an, wie hoch die Verpackungssteuer konkret ausfällt und weisen im Marktcheck den vollständigen Betrag inklusive der Mehrwertsteuer aus.

„Kundinnen und Kunden müssen auf einen Blick erkennen können, was sie am Ende zusätzlich bezahlen – ohne nach konkreten Preisen erst fragen zu müssen. Ein Hinweis auf die Verpackungssteuer oder eine Netto-Preisangabe reicht dafür nicht aus“, sagt Annett Reinke, Leiterin des Teams Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Verpackungssteuer braucht transparente Umsetzung

Für die Aushänge und eine eindeutige und gut erkennbare Preisauszeichnung sind die Unternehmen verantwortlich. Die Stadt sollte die Ergebnisse dennoch ernst nehmen: „Eine transparente Umsetzung wäre gerade bei einer umstrittenen Steuer besonders wichtig“, so Reinke.  

Mehrweg bleibt Mangelware

Weniger als die Hälfte der Anbieter bietet für ihre Verpackungen Mehrwegalternativen an. Die Verbraucherzentrale fordert die Unternehmen auf, mehr davon bereitzustellen und auf die Möglichkeit hinzuweisen, eigene Behältnisse oder Becher befüllen zu lassen. Nur so haben Verbraucher:innen eine echte Wahl und können die Verpackungssteuer vermeiden.  

Hintergrund

Die Verbraucherzentrale untersuchte vom 1. bis 13. Oktober 2026 insgesamt 31 Anbieter in Potsdam: 28 am Hauptbahnhof und drei weitere Zufallsfunde. Grundlage waren Fotos von Aufstellern und Aushängen. 

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