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Wäsche waschen: bewährte Waschmittel und überflüssige Produkte

Stand:
Was Waschgang für Waschgang verpulvert wird, belastet Umwelt und Portemonnaie. Viele Produkte sind keineswegs ein Muss, um saubere Wäsche zu bekommen.
Temperaturrad an Waschmaschine

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch wenn es in Drogerien unzählige Waschmittel und Zusatzprodukte zum Waschen gibt: Sie brauchen im Haushalt nur wenige "normale" Waschmittel, um Wäsche sauber zu bekommen und Farben und Fasern zu schonen.
  • Kleidung ohne Schmutzflecken können Sie in vielen Fällen auch auslüften statt sie zu waschen.
  • Lassen Sie Flecken möglichst nicht eintrocknen, sondern waschen Sie diese sofort aus.
  • Bevorzugen Sie Waschmittel mit Öko-Siegeln. Auch die sollten Sie nach Anleitung dosieren.
  • Beladen Sie die Waschmaschine voll, außer bei Woll- und Feinwäsche, und wählen Sie die richtige Dosierung für die Wäschemenge, den Verschmutzungsgrad und die örtliche Wasserhärte sowie eine möglichst niedrige Waschtemperatur.
  • Verwenden Sie Eco-Programme und eine möglichst niedrige Waschtemperatur
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Woran erkenne ich umweltfreundliche Waschmittel?

Mit rund 600.000 Tonnen Waschmittel und rund 250.000 Tonnen Weichspüler und weiteren Waschhilfsmitteln rücken die Bundesbürger:innen alljährlich Schmutz und Flecken zu Leibe. Darunter befinden sich auch Produkte, die vor allem das Portemonnaie und die Umwelt belasten. Die Verbraucherzentrale NRW sagt Ihnen, welche Produkte überflüssig und welche sinnvoll sind.

Bei Waschmitteln mit dem Blauen Engel, dem EU-Ecolabel, dem ECO-Garantie- , dem ECOCERT- oder dem NCP (Natural Care Product)-Siegel gehen die Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Inhaltsstoffe über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. So werden bestimmte umweltschädliche Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel synthetische Moschusduftstoffe oder festes Mikroplastik, ausdrücklich verboten. Menschen mit Allergien müssen auch bei Waschmitteln mit Öko-Labeln die Inhaltsstoffe überprüfen.

Es ist allerdings nicht einfach, ein wirklich umweltverträgliches Waschmittel herzustellen. Einige der Siegel verlangen, dass Tenside, das sind waschaktive Substanzen, ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen stammen jedoch häufig aus Palmöl. Dessen Anbau kann ebenfalls Lebensräume bedrohter Tierarten zerstören und Menschen von ihrem Land vertreiben. 

Eine Übersicht über geprüfte Nachhaltigkeitssiegel für Putz- und Waschmittel finden Sie auf dem Portal Siegelklarheit.

Was ist der Unterschied zwischen Vollwaschmittel und Color-Waschmittel?

Kompakte Vollwaschmittel sind vor allem für weiße und helle oder auch für stark verschmutzte Textilien geeignet. Vollwaschmittel enthalten unter anderem:

  • Tenside, also waschaktive, schäumende Substanzen,
  • Gerüststoffe,
  • Bleichmittel und -aktivatoren,
  • optische Aufheller,
  • Enzyme und
  • Füllstoffe. 

Diese Vielzahl an Inhaltsstoffen ist aber nicht für alle Wäschearten notwendig und sinnvoll. Der hohe Gehalt an Bleichmitteln ist besonders zur Entfernung hartnäckiger Verschmutzungen auf weißen Textilien geeignet.

Für farbige Textilien sind optische Aufheller überflüssig und Bleichmittel lassen nicht nur die Flecken, sondern auch die Farben verblassen. Guter Nebeneffekt der Vollwaschmittel: Das enthaltene Bleichmittel tötet Keime besser ab als Color-Waschmittel. 

Waschpulver, Flüssigwaschmittel, Gelkissen oder Waschmittel-Blätter – was wäscht besser?

Waschpulver, also kompakte Waschmittel, kommen, anders als viele Flüssigwaschmittel, ohne Konservierungsstoffe aus. Diese können die Umwelt belasten und Allergien auslösen. Im Test der Stiftung Warentest schnitten sowohl bei Vollwaschmitteln als auch bei Color-Waschmitteln die festen Produkte in Bezug auf die Waschleistung besser ab. Vollwaschmittel sind daher z.B. gut geeignet für helle Handtücher und können auch Bakterien- und Pilzbefall der Waschmaschine vorbeugen.

Waschpulver, Flüssigwaschmittel, Gelkissen oder Waschmittel-Blätter – was wäscht besser?

Waschpulver, also kompakte Waschmittel kommen, anders als viele Flüssigwaschmittel, ohne umweltbelastende  oder allergieauslösendeKonservierungsstoffe aus. Im Test der Stiftung Warentest schnitten sowohl bei Vollwaschmitteln als auch bei Color-Waschmitteln die festen Produkte in Bezug auf die Waschleistung besser ab.

Waschmittel-Gelkissen, auch Caps oder Pods genannt, schnitten im Test der Stiftung Warentest in Bezug auf die Waschleistung bei den Voll- und Colorwaschmitteln schlechter ab. Wie alle flüssigen Waschmittel enthalten sie keine Bleichmittel. Zudem sind diese Produkte in der Regel teurer als kompakte oder flüssige Waschmittel. Für Kinder können die bunt leuchtenden Waschmittel gefährlich werden. Sie laden zum Reinbeißen ein. Das wiederum kann zu Vergiftungen und Augenverletzungen führen. Mittlerweile müssen die Hersteller Bitterstoffe zufügen, um die Gefahr des Verschluckens zu verringern und kindergesicherte Verpackungen nutzen. Laut Angaben der Hersteller sind die Kunststofffolien wasserlöslich und biologisch abbaubar.

Waschmittel-Blätter bestehen in der Regel aus gepressten Tensiden (waschaktiven Substanzen), einer Kunststoffolie (zum Beispiel aus Polyvinylalkohol), Wasserenthärter, Glycerin und Duftstoffen. Das Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) fand in keiner der untersuchten Proben Bleichmittel. Außerdem stellte es fest, dass bei einem Großteil der Wasch-Blätter die Inhaltsstoffe auf der Verpackung nicht oder nicht nach Vorschrift angegeben wurden – so fehlten teilweise die Angaben zu Konservierungsstoffen oder allergieauslösenden Duftstoffen. Auch die Datenblätter, die die Hersteller im Internet zur Verfügung stellen müssen, waren oft nicht vollständig oder auffindbar. Die Stiftung Warentest prüfte bisher ein Waschmittel-Blatt im Vergleich zu anderen Color-Waschmitteln und war mit der Waschleistung nicht zufrieden

Kann ich mit Jumbo-oder XL-Packungen Geld sparen?

Keinen Kauf wert sind Vollwaschmittel in Jumbo-Packungen. Sie enthalten nämlich bis zu 30 Prozent Füllstoffe. Das sind zum größten Teil Salze, die vor allem dafür sorgen, dass die Packungen möglichst groß aussehen. Es gibt aber auch Großpackungen, die konzentriertes Kompaktwaschmittel enthalten.

Waschpulverkarton
Foto: Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale NRW rät, beim Kauf vor allem auf die angegebene Anzahl an Wäschen je Packung zu achten. So können Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis leicht vergleichen.

Brauche ich Feinwaschmittel und Wollwaschmittel?

Ein Wollwaschmittel reicht vollkommen aus. Wollwaschmittel verzichten auf alles, was empfindliche Eiweiß-Fasern wie Seide und wolle schädigen kann und Verfilzen fördert.  Wichtig für Wolle und Seide außerdem das passende Waschprogramm und niedrige Waschtemperaturen (kalt oder 30°C).  Ein Wollwaschmittel kann auch für Feinwäsche eingesetzt werden, wohingegen nicht jedes Feinwaschmittel auch für Wolle geeignet ist. Achten Sie auf die Hinweise auf der Verpackung. Spezial-Waschmittel zum Beispiel für schwarze Textilien sind nicht nötig

Wie dosiere ich das Waschmittel richtig?

Wer Flecken nicht eintrocknen lässt, sondern sofort mit kaltem Wasser auswäscht oder vorbehandelt, z.B. mit Bleichmittel bei bunten Flecken auf weißer Wäsche (z.B. Gras oder Obstflecken) oder Gallseife bei fett- und eiweißhaltigen Verschmutzungen, kann Waschmittel sparen.

Um die passende Waschmittelmenge herauszufinden, müssen Sie drei Größen kennen:

  1. Die Wäschemenge
    Wiegen Sie einmal die trockene Wäsche einer für Ihren Haushalt typischen Waschladung jeweils für Weiß-, Bunt-, Woll- und Feinwäsche aus.
  2. Die Wasserhärte
    Diese finden Sie auf der Internetseite Ihres örtlichen Wasserversorgers.
  3. Den Verschmutzungsgrad
    Wenn Flecken vorbehandelt wurden, reicht in der Regel die Dosierung für leicht oder mittel verschmutzte Wäsche völlig aus.          

Wenn Sie diese drei Größen kennen, können Sie auf der Waschmittelpackung aus der Dosiertabelle die passende Dosierung ablesen. Wenn Sie sich mit einem Permanentmarker eine Markierung auf der Dosierhilfe machen, dann müssen Sie nicht jedes Mal wieder nachschauen, vorausgesetzt, die Wäschemenge variiert nicht stark. Dosierhilfen bekommen Sie in der Regel kostenfrei auf Nachfrage in den Geschäften oder direkt beim Hersteller, falls diese nicht schon mit der Verpackung geliefert werden.
 


Welche Mittel sind überflüssig?

  • Separater Wäscheduft, wie etwa Duftperlen, belastet unnötig die eigene Haut und die Umwelt. Außerdem duften die meisten Waschmittel ohnehin schon selbst.
  • Weichspüler machen die Wäsche nicht sauberer. Sie hinterlassen vor allem Duftstoffe und andere Chemikalien. Ebenso wie Wäscheduft können Weichspüler Ihre Haut und die Umwelt mit allergieauslösenden und teilweise schwer abbaubaren Substanzen belasten.
  • Lang anhaltender Duft kann auf Mikroplastik hinweisen. Produkte, die so beworben werden, enthalten teilweise mit Duftstoffen gefüllte "Microcapsules". Das sind winzigste Säckchen aus konventionellem Plastik oder aus Kunststoffen, die als biologisch abbaubar ausgelobt werden. Sie haften an der Wäsche und sollen über lange Zeit die enthaltenen Duftstoffe abgeben.
  • Waschmittel können Kunststoffe in fester und löslicher Form enthalten. Sie werden als Verdickungs- oder Trübungsmittel eingesetzt. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass ein Großteil der Waschmittel auch ohne Kunststoffe auskommt. Also sind diese für ein gutes Waschergebnis nicht erforderlich.
  • Die desinfizierenden Substanzen, die in Hygienespülern oder -waschmitteln enthalten sind, können Allergien auslösen und das Abwasser stark belasten. Wenn Sie Handtücher und Unterwäsche gelegentlich bei 60 Grad Celsius - am besten mit Vollwaschmittel - waschen, ist eine gute Hygiene gewährleistet. Wenn im Haushalt alle gesund sind, reicht sogar eine 40-Grad-Wäsche aus. Sterile Wäsche ist in Privathaushalten nicht erforderlich. In unserer Umgebung und auch auf unserer Haut leben Milliarden Bakterien friedlich mit uns zusammen.
    In besonderen Situationen, zum Beispiel bei Personen mit geschwächter Immunabwehr oder bei ansteckenden Erkrankungen wie Durchfall, sprechen Sie am besten mit einem Arzt ab, welche besonderen Hygiene-Maßnahmen Sie ergreifen sollten.
  • Die Industrie wartet immer wieder mit Neuheiten wie Waschmitteln für schwarze Wäsche oder Farb- und Schmutzfängertüchern auf. Auf solche Spezialmittelprodukte können Sie getrost verzichten. Sie sind nicht erforderlich und belasten stattdessen nur Ihren Geldbeutel.

Wie kann ich beim Waschen Energie sparen, ohne dass sich unangenehme Gerüche in Waschmaschine oder Wäsche bilden?

Es empfiehlt sich, die Maschine nach Herstelleranweisung immer ganz auszulasten, also mit der maximal empfohlenen Wäschemenge zu beladen. Entsprechend seltener muss gewaschen werden. 

Bei den kompakten Waschmitteln können Sie auf die Vorwäsche ebenso verzichten wie auf die Kochwäsche bei 95 Grad. Geringe Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad reichen zum Waschen in der Regel aus. Wer das Eco-Programm nutzt, spart ebenfalls. 

Wenigstens einmal im Monat sollten Sie einen Waschgang mit 60 Grad Celsius und bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel laufen lassen. Damit können eventuelle Waschmittelreste entfernt und Keime abgetötet werden, die sich unweigerlich in der Maschine ansammeln und für unangenehme Gerüche verantwortlich sind. 

Außerdem sollten Sie die Maschine nach dem Waschen immer gut trocken lassen und die Dichtungsgummis trockenreiben. Anschließend, wenn möglich, die Wäsche an der frischen Luft statt im Trockner trocknen lassen – damit tun Sie ebenfalls Gutes für die Umwelt und für frisch riechende Wäsche.

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